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Strafrecht und Verwaltungsrecht | 29.03.2016

Blendwirkung

Darf man in Deutschland einen Laserpointer besitzen und ist es strafbar damit andere zu blenden?

Ein Laserpointer wird vor allem als optischer Zeigestab für Präsentationen oder Vorträge benutzt. Es gibt ihn in verschiedenen Ausführungen, wie zum Beispiel mit roten, blauen oder grünen Licht. Auch die Stärke des Lichtstrahls kann erheblich variieren. Doch nicht jeder nutzt einen Lasermarker zur Unterstützung eines Vortrags. Insbesondere unter Kindern und Jugendlichen erfreut sich der Laserstrahl großer Beliebtheit. Doch immer wieder hört man davon, dass etwa Piloten durch einen Laserpointer geblendet wurden. Aufgrund der dadurch möglichen Gefahren, stellt sich die Frage, ob es in Deutschland überhaupt erlaubt ist ein solches Gerät zu besitzen. Kann darüber hinaus das Blenden einer Person ein strafbares Verhalten darstellen?

Darf man in Deutschland einen Laserpointer besitzen?

In Deutschland ist der Besitz von einem Laserpointer erlaubt. Dabei spielt es auch keine Rolle welcher Leistungsklasse der Lasermarker angehört. Voraussetzung ist nur, dass das Gerät im privaten Bereich genutzt wird und Dritte nicht zu Schaden kommen.

Davon zu trennen ist die Frage, ob Laserpointer aller Klassen in Deutschland gekauft werden können. Dies ist zu verneinen. Denn nach § 4 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über technische Arbeitsmittel und Verbraucherprodukte darf ein Produkt nur in den Verkehr gebracht werden, wenn es so beschaffen ist, dass bei bestimmungsgemäßer Verwendung oder vorhersehbarer Fehlanwendung Sicherheit und Gesundheit von Verwendern oder Dritten nicht gefährdet werden. Kann eine Gefährdung nicht ausgeschlossen werden, ist der Verkauf des Produkts in Deutschland verboten. Dies gilt für alle Laserpointer, die eine höhere Leistung als 1mW besitzen, also für die Klassen 3R bis 4. Demnach darf in Deutschland nur mit Lasermarkern der Klassen 1 bis 2M gehandelt werden.

Kann der Missbrauch mit Lasermarkern strafbar sein?

Zwar ist der Verkauf von Laserpointern der Klassen 3R bis 4 in Deutschland verboten. Dennoch ist es möglich über das Ausland an solch starke Lasermarker heranzukommen. Dies ist an sich auch zulässig. Kommt es jedoch zu einer Verletzung am Auge oder der Haut, kann dies eine Körperverletzung darstellen und zivilrechtliche Ansprüche sowie ein Strafverfahren nach sich ziehen.

Zudem ist es strikt untersagt Piloten, aber auch LKW- und PKW-Fahrer sowie Lokführer mit Lasermarkern zu blenden. Wer dies absichtlich tut, kann sich wegen gefährlichen Eingriffs in den Luft-, Straßen- bzw. Schienenverkehr strafbar machen (§§ 315, 315b StGB).

Laser - Gefährdungsklassen

KlasseLeistungAuswirkungen
1unter 25 µWDie zugängliche Laserstrahlung ist ungefährlich.
1Munter 25 µWDie zugängliche Laserstrahlung ist ungefährlich, solange keine optischen Instrumente, wie Lupen oder Ferngläser verwendet werden.
2unter/gleich 1 mWDie Laserstrahlung ist bei kurzzeitiger |Bestrahlungsdauer (bis 0,25 s) für das Auge ungefährlich.
2Munter/gleich 1 mWDie Laserstrahlung ist bei kurzzeitiger Bestrahlungsdauer (bis 0,25 s) für das Auge ungefährlich, solange keine optischen Instrumente, wie Lupen oder Ferngläser, verwendet werden.
3R1 bis 5 mWDie zugängliche Laserstrahlung ist gefährlich für das Auge.
3B5 bis 500 mWDie zugängliche Laserstrahlung ist gefährlich für das Auge und häufig auch für die Haut.
4über 500 mWDie zugängliche Laserstrahlung ist sehr gefährlich für das Auge und gefährlich für die Haut.

Bearbeitungsstand: 29.03.2016

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Kommentare (7)

 
 
Sopi schrieb am 23.05.2015

Hi Leute

Habe mir einen Grünen Laser aus China bestellt und leider musste ich den beim Zollamt liegen lasen.

Begründung:

Sehr geehrte Herr ...

eine Freigabe Ihre Ware, hier 1Stück Laserpointer, wurde von der zuständigen Marktüberwachungsbehörde, der Bezirksregierung Köln-Dezernat 55- Technischer Arbeitsschutz-Produktsicherheit, nicht ausgesprochen.

Es handelt sich um ein nicht konformes Erzeugnis, das Inverkehrbringen wurde verboten,

gem. Art.29 Abs. 2VO (EG) Nr.765/2008

Für weitere fachliche Auskünfte wenden Sie Sich bitte an die zuständiger Marktüberwachungsbehörde .........

Ich nehme die Entscheidung der Annahme ihrer abgegebenen Anmeldung zu Überführung der o.g. waren in den freien Verkehr gemäß Art.8 Abs. 1 bis 3 der Verordnung (EWG) Nr.2913/92 - Zollkodex zurück.

Was jetzt?

Darf ich ein Laserpointer als privat Person nicht haben?

wer kann helfen? wo finde ich was da drin steht:

Art.29 Abs. 2VO (EG) Nr.765/2008

Vielen Dank im Voraus

Dimi antwortete am 18.07.2015

Was war das für ein laserpointer bzw welche Stärke hat er?

Thomas schrieb am 19.02.2015

Wobei hier der Waffenrechtliche Aspekt völlig ausgelassen wird: Nach dem Waffenrecht sind Laserpointer (ungeachtet der Stärke) mit einer Montageeinrichtung verboten. Das geht aus dem Waffengesetz ganz klar hervor.

Harry schrieb am 20.08.2014

Ich würde sagen: Verstand einschalten! Die Frage, ob ich jemanden mit einem Laserpointer blenden darf, erübrigt sich dann vielleicht. Es gibt Leute, die ihr Fahrzeug nur mit Mühe und Not auf einer 3-spurigen Autobahn bei 100 km/h in der Spur halten können. Wenn ihr die auch noch blendet, uppssssss.....

Darf ich jemanden mit einem Schraubenzieher oder Messer verletzen? Eigentlich nicht, dennoch kommt es aber hin und wieder vor. Deshalb Schraubenzieherkauf nur noch mit Waffenbesitzrechtskarte und auch den Verkauf von Plastikmessern verbieten? Leute, ich dachte immer, die Evolution geht voran, aber es sieht so aus, als schreitet sie rückwärts.

Die wichtigste Frage wäre eher: " Wer sammelt im Wald die ganzen Holzknüppel ein und schließt sie weg, bevor mich jemand damit verletzt? Fazit: Gute Besserung.

Caninus antwortete am 26.02.2015

@ Harry

Sie haben vollkomen Recht. Mit ein wenig Verstand ist m.E. auch gegen 1000mW nichts einzuwenden, so man sein "Spielzeug" zu Hause, d.h. im eigenen befriedeten Umfeld und nicht darüber hinaus betreibt/spielt. O.K., die Dinger sind wohl nicht ungefährlich, Aber ich persönlich ballere ja mit meinem (angemeldeten/genehmigten) und großkalibrigen 357er Revolver auch nicht in der Gegend herum sondern nur auf den Schießstand. Vor der Benutzung das Gehirn einschalten. Im Übrigen ist aber jedes Spielzeug mehr oder weniger überflüssig und dient nur der Selbstbefriedigung.

Shakam schrieb am 05.07.2014

Ich verstehe wirklich nicht warum Laserpointer verkauft werden. Wer Präsentationen halten will, kann für das gleiche Geld viel komfortablere Presenter benutzen. Auf www.laserpointer-test.de kann mich ebenfalls über die Rechtslage und die Unterschiede von Presentern und Laserpointern informeieren. Ist vielleicht ein bisschen umfassender.

Winzen schrieb am 03.10.2013

Auch ich benutze bei Vorträgen gelegentlich einen Pointer der Klasse 1. Aber nur in geschlossenen Räumen, zum Zeigen auf

Bildern und Texten. Ansonsten bleibt der Pointer unter Verschluss so das Unbefugte keinen Zugriff darauf haben

Man sollte nie mit dem Pointer auf Menschen und Tiere zeigen- Verletzungsgefahr! Das steht auch auf der

Bedienungsanweisung. Auch ich wurde schon mal mit einem Pointer "angestrahlt" sehr unangenehm! Ich arbeite als Busfahrer.

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