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Bankrecht, Kapitalanlagenrecht und Vertragsrecht | 03.08.2015

Festgeld

Festgeldkonto: Wann ist eine vorzeitige Auflösung möglich und welche Vor- und Nachteile ergeben sich hieraus?

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, ein Festgeldkonto für wenige Monate bis zu zehn Jahre zu eröffnen. Aber was ist, wenn man schnell an sein Geld muss? Kann man ein Festgeldkonto vorzeitig auflösen?

Bei einem Festgeldkonto handelt es sich um eine Anlageform, bei der eine feste Geldsumme für einen bestimmten Zeitraum angelegt wird. Während der Vertragslaufzeit hat der Sparer im Regelfall keinen Zugriff aus sein angelegtes Kapital. Der Sparer vertraut somit dem Kreditinstitut, dass sein angelegtes Geld zum festgelegten Zinssatz vergütet und dass die Bank zum ausgemachten Termin den entsprechenden Betrag auszahlt. Die Bank wiederum geht davon aus, dass sie mit dem angelegten Kapital während der Vertragslaufzeit ohne Einschränkungen arbeiten kann.

GeldscheineQuelle: DAWR - Deutsches Anwaltsregister

Aufgrund dieser Planungssicherheit bieten Kreditinstitute beim Festgeld mitunter attraktive Konditionen an. Für den Verbraucher stellt diese Anlageform in der Regel eine höhere Sicherheit als flexible Sparprodukte, z.B. Tagesgeldkonten, Aktien oder Fonds, dar. Grund: Das Festgeld ist zu großen Teilen vor finanziellen Risiken geschützt, beispielsweise vor Kurseinbrüchen an der Börse. Auf der anderen Seite weist die feste Geldanlage eine geringere Flexibilität als die anderen aufgeführten Anlageformen auf.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, ein Festgeldkonto für wenige Monate bis zu zehn Jahre zu eröffnen. Nach Ansicht von Finanzexperten lohne sich diese Anlageform vor allem ab einer Laufzeit von drei Jahren.

Vorzeitige Auflösung eines Festgeldkontos ist im Regelfall nicht vorgesehen

Möchte der Sparer vorzeitig einen Teil seines angelegten Gelds zurückbekommen oder beantragt er die vorzeitige Auflösung des Kontos, entstehen dem Kreditinstitut Kosten und in den meisten Fällen auch Einnahmeverluste. Aus diesem Grund ist eine vorzeitige Kündigung des Festgeldkontos grundsätzlich nicht vorgesehen. Unter gewissen Umständen kann ein Sparer jedoch die vorzeitige Kontoauflösung erwirken.

Wann ist eine vorzeitige Auflösung eines Festgeldkontos möglich?

Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ist gemäß Paragraf 314 eine Kündigung von Dauerschuldverhältnissen „aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist“ möglich. Zu diesen wichtigen Gründen zählen unter anderem der Bezug von Arbeitslosengeld II (Hartz IV), der Tod des Kontoinhabers oder die drohende Insolvenz des Kreditinstituts. Treten weniger gravierende Gründe auf, muss die Bank eine Kündigung nicht akzeptieren.

Falls im Vertrag keine Kündigungsklausel enthalten ist, liegt es im Ermessungsspielraum der Bank, das Ersparte freizugeben. In den meisten Fällen muss der Sparer eine schriftliche Kündigung per Fax oder Brief einreichen, bei einigen Banken ist auch die telefonische Kündigung möglich. Willigt das Kreditinstitut der Kündigung zu, muss der Anleger häufig mit Kosten rechnen.

So kann die Bank die Guthabenverzinsung komplett streichen oder sie zahlt eine deutlich geringere Rendite als vereinbart aus. Sind die Zinsen zum Zeitpunkt der Kontoauflösung bereits ausgezahlt, werden diese im Regelfall mit den Kosten der Stornierung verrechnet. Ferner kann die Bank im Falle einer Kündigung Gebühren verlangen, der Gesetzgeber hat deren Höhe bislang nicht reglementiert. In der Summe können Zinsverluste und Stornogebühren zu einem Kapitalverlust führen.

In welchem Fall ist eine ordentliche Kündigung zum Ende der Vertragslaufzeit nicht fällig?

Beim Abschluss eines Festgeldkontos, das nach Ablauf der Vertragslaufzeit automatisch aufgelöst wird, ist keine aktive Kündigung erforderlich. In diesem Fall wird der Ertrag auf das angegebene Auszahlungs- oder Referenzkonto ausgezahlt.

Dies stellt jedoch nicht die Regel, in den meisten Fällen ist eine aktive Kündigung erforderlich. Auf tagesgeldvergleich.net sind mögliche Szenarien im Falle einer außerordentlichen Kündigung während der Vertragslaufzeit einerseits sowie bei einer ordentlichen Kündigung andererseits in Infografiken erläutert.

Was ist unter einer automatischen Prolongation zu verstehen?

Bei den meisten Kreditinstituten wird ein Festgeldkonto zum Ende der vereinbarten Vertragslaufzeit nicht automatisch aufgelöst, das angelegte Kapital wird dann nicht auf das angegebene Referenzkonto des Sparers überwiesen. Erfolgt keine aktive Kündigung von Seiten des Kontoinhabers, verlängert sich in diesem Fall die Anlagedauer um den bei der Aufsetzung des ersten Vertrags vereinbarten Zeitraums. Dies wird als automatische Prolongation bezeichnet. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, sich vorab zu informieren, ob eine aktive Kündigung erforderlich ist. Ist dies der Fall, sollte sich die Kündigungsfrist vorgemerkt werden.

Eine Prolongation bringt sowohl einige Vorteile als auch Nachteile für den Anleger und die Bank mit sich, diese sind in den folgenden Abschnitten erläutert

Welche Vorteile bietet eine automatische Prolongation?

Ein Vorteil der automatischen Prolongation besteht darin, dass sich der Sparer nicht um seine Geldanlage kümmern muss, da das Geld immer wieder aufs Neue für die vereinbarte Laufzeit angelegt wird. Dies lohnt sich bei einem hohen Zinsniveau und im Falle einer kurzen Vertragslaufzeit, da die Zinsen während dieser Laufzeit häufig konstant bleiben. Für ein Kreditinstitut ist die Prolongation ein geeignetes Mittel, um Kunden langfristig zu binden. Zudem bietet das angelegte Kapital der Bank Planungssicherheit, sie kann mit dem Geld ohne Einschränkungen arbeiten.

Welche Nachteile können sich aus einer automatischen Prolongation ergeben?

Ein aufgeführter möglicher Vorteil der Prolongation – die Verlängerung der gleichen Anlagedauer – kann sich auch in einen Nachteil umkehren. Der Grund liegt zum einen darin, dass das Geld für wichtige Anschaffungen nicht verfügbar ist, es sei denn, die Bank lässt sich auf die Auflösung des Kontos zu ihren Bedingungen ein. Zum anderen wird das angelegte Kapital nicht zu den gleichen Konditionen erneut angelegt. Wenn die Zinsen nach Ablauf der vorherigen Vertragslaufzeit gesunken sind, wird das Festgeld im Zeitraum der Prolongation zum niedrigeren Zinsniveau verlängert. Eine fristgerechte Kündigung hätte es dem Sparer ermöglicht, die Konditionen der verschiedenen Anbieter zu vergleichen, um möglichst hohe Zinsen zu erzielen.

Weitere Möglichkeit: Die vom Anleger zu bestätigende Prolongation

Bei der Eröffnung eines Festgeldkontos kann ferner vertraglich festgelegt sein, dass der Anleger die Verlängerung der Vertragsdauer zu bestätigen hat. Liegt diese Zustimmung nicht vor, wird das Festgeldkonto nach Ablauf der Vertragslaufzeit aufgelöst.

Fazit: Umfassende und gründliche Prüfung der Vertragskonditionen ist ratsam

Es ist festzuhalten, dass vor der Kündigung eines Festgeldkontos alle möglichen Konsequenzen berücksichtigt werden sollten. Ebenso ist es ratsam, vor Abschluss einer Geldanlage die Vertragskonditionen umfassend und gründlich zu überprüfen, z.B. hinsichtlich der Kündigungsmodalitäten.

Siehe auch:

Bearbeitungsstand: 03.08.2015

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