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Mietrecht | 13.04.2015

Teppich

Wann kann ein Mieter vom Vermieter einen neuen Teppichboden verlangen bzw. muss einen Teppich selbst erneuern?

Ein Teppichboden dient nicht nur der Ausgestaltung des Wohnraums, sondern auch der Schall- und Wärmedämmung. Doch durch das stete darüber hinweglaufen, wird er immer mehr abgenutzt. Irgendwann ist er so verschlissen, dass ein Austausch dringend erforderlich ist. Doch wer hat die Kosten dafür zu tragen? Kann ein Mieter von seinem Vermieter die Auslegung eines neuen Teppichs verlangen oder muss er selbst für die Kosten aufkommen? Ist unter Umständen sogar der Mieter verpflichtet den Teppichboden zu erneuern?

neuer TeppichbodenQuelle: DAWR - Deutsches Anwaltsregister

Kann ein Mieter den Austausch eines alten Teppichs durch einen neuen verlangen?

Wird ein Teppichboden durch den vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache abgenutzt, so muss der Vermieter einen neuen Teppich verlegen. Der Anspruch des Mieters ergibt sich aus § 535 Abs. 1 BGB. Danach trifft dem Vermieter die Pflicht die Mietsache in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu erhalten. Dazu gehört auch die Auswechslung eines alten, abgenutzten Teppichs. Dies gilt aber nur, wenn der Teppich auch mitgemietet wurde. Verlegt also ein Mieter auf eigene Kosten einen Teppich, so hat er selbst die Kosten für eine Erneuerung zu tragen.

Kann ein Mieter zur Erneuerung eines Teppichbodens verpflichtet sein?

Solange die Abnutzung oder Beschädigung des Teppichs auf die vertragsgemäße Nutzung zurückzuführen ist, besteht keine Pflicht des Mieters einen Teppichboden zu erneuern. Eine solche Pflicht ergibt sich vor allem nicht aus der Schönheitsreparaturklausel eines Mietvertrags. Denn nach Ansicht des Oberlandesgerichts Hamm stelle der Austausch eines Teppichbodens keine Schönheitsreparatur dar (Oberlandesgericht Hamm, Beschluss vom 22.03.1991, Az. 30 REMiet 3/90).

Beruht die Beschädigung des Teppichs jedoch auf einer vertragswidrigen Nutzung, so hat der Mieter die Kosten für den Austausch zu tragen. Eine vertragswidrige Nutzung wurde zum Beispiel angenommen, wenn der Teppich Flecken von Hundeurin, Rotwein und Brandflecken aufweist. In einem solchen Fall liegt nämlich eine Verletzung des Eigentums des Vermieters vor. Der Mieter muss daher Schadenersatz leisten (vgl. Landgericht Dortmund, Urteil vom 03.09.1996, Az. 21 S 110/96 und Amtsgericht Böblingen, Urteil vom 30.06.1997, Az. 2 C 3212/96).

Bearbeitungsstand: 13.04.2015

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Kommentare (8)

 
 
sandra schrieb am 17.06.2015

Hallo,bei meiner Mutter in der Mietwohnung liegt der Teppich nun schon seit fast 25 Jahren.Er ist nun schon so dünn und abgelaufen das es nicht mehr schön aussieht.Nun haben Sie sich mit dem Vermieter in Verbindung gesetzt und um einen Laminat_Boden gebeten.Der Vermieter war einverstanden und möchte nun die Miete um 1 Euro pro m²erhöhen,weil er der Meinung ist das es jetzt an der Zeit ist nach 20 Jahren mal eine Mieterhöhung zu machen.Darf er das?Wie soll sich meine Mutter jetzt verhalten?

Rieger antwortete am 08.05.2016

Wer 20 Jahre keine Mieterhöhung hatte sollte dankbar sein und den 1 Euro bezahlen. Ich hätte nicht gefragt sondern den Teppich selbst bezahlt. Wer möchte denn 25 Jahre den selben Teppich haben

puddingbrumse schrieb am 15.05.2015

habe weissen teppich vom vorvormieter mit flecken und hundespuren übernommen. liegt nun seit 7 jahren in der wohnung. im mietvertrag ist nichts festgelegt - habe meinen vermieter informiert das ich laminat verlegen werde - muß er etwas dazu bezahlen ?

puddingbrumse schrieb am 15.05.2015

h

Glenn schrieb am 09.06.2014

In meiner Wohnung liegt im Wohnzimmer immer noch der Spannteppich, der beim Bau dieses Wohnblockes vor mehr als 20 Jahren hier verlegt wurde. Er ist zwar nicht beschädigt, aber muss der Vermieter in dem Fall zwecks Erneuerung die Kosten selber tragen und darf auch keine Umlage einfordern?

Armin schrieb am 01.03.2014

Hallo, Bei einer Anfrage des Vermieters durch auslegen einer Auslegeware,wurde ich beauftragt einen Kostenvoranschlag von Fußbodenleger einzuholen. Die kosten beträgt 490.66 Euro-der Belag ist schon 13Jahre alt ! Das Auslegen eines neuen Belages wurde abgelehnt!

heftig schrieb am 01.11.2013

Hallo,

ich bin gerade beim umziehen in meiner neuen Wohnung.

In meiner alten Wohnung hat mein Nachmieter, NACHDEM das Übergabeprotokoll mit allen Mägeln fertig gestellt wurde, einen Brandfleck genauergesagt einen Sengfleck entdeckt.

Mein Vermieter kann mir nicht nachweisen, wie lange der Teppich schon in der Wohnung liegt, beruht aber trotzalledem darauf, dass ich den neuen Teppich komplett bezahlen muss.

Ist dies rechtens?

PS: Bei meiner Versicherung sind Sengschäden nicht gedeckt.

D. Stutz antwortete am 29.12.2015

Hallo, ihr Beitrag ist zwar schon mehr als 2 Jahre alt, konnte aber diesbezüglich nichts weiter finden. Momentan stehen ich und meine Freundin vor dem gleichen Problem. Mein alter Vermieter möchte, dass ich den Teppich in der Wohnung ersetze, wusste aber nichts von der 10 Jahre-Regelung von Teppichböden. Scheinbar ist auch keine Rechnung und nichts mehr ausfindig zu machen. Wie hat sich damals ihr Problem diesbezüglich gelöst? Sie können mir auch gerne eine email schreiben unter dstutz@gmx.de, ich würde mich sehr freuen, wenn sie mir sagen könnte, wie die Sache bei Ihnen ausgegangen ist...

mfg D. Stutz

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