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Mietrecht | 04.03.2016

Indexmiete

Indexmietvertrag: Was ist eine Indexmiete?

Manche Mietverträge beinhalten eine sogenannte Indexmiete. Aber um was handelt es sich dabei?

Was ist eine Indexmiete?

Von einer Indexmiete spricht man, wenn die Höhe der Miete ausgehend von einer Basismiete gemäß den vom Statistischen Bundesamt ermittelten Lebenserhaltungskosten aller privaten Haushalte in Deutschland bestimmt wird. Die Vereinbarung einer solchen variablen Miete innerhalb eines Mietvertrags ist gemäß § 557b BGB zulässig. Die jeweilige Indexmiete muss mindestens ein Jahr lang bestand haben, bevor eine Anpassung möglich ist. Die Anpassung bedarf, anders als die Mieterhöhung, nicht der Zustimmung des Mieters. Voraussetzung ist lediglich, dass der Vermieter die Mietänderung in Textform mitteilt und die Berechnungsgrundlage offenlegt. Zudem muss er die Miete oder die Erhöhung in einem Geldbetrag angeben.

Hinzu kommt, dass bei einer Indexmiete eine Mieterhöhung nach § 558 BGB ausgeschlossen ist (vgl. Die Mieterhöhung: Informationen zur Rechtslage rund um die Mieterhöhung). Zulässig ist dagegen eine Erhöhung wegen Modernisierung (§ 559 BGB), soweit die baulichen Maßnahmen auf Grund von Umständen durchgeführt wurden, die der Vermieter nicht zu vertreten hatte. Darüber hinaus ist er weiterhin berechtigt, höhere Betriebskosten auf die Miete umzulegen (§ 560 BGB).

Welche Vorteile bzw. Nachteile hat eine Indexmiete?

Eine Indexmiete ist sowohl für den Mieter als auch für den Vermieter insofern von Vorteil, dass dadurch die Mietänderung einfach und transparent von statten geht und somit kein großes Konfliktpotenzial beinhaltet.

Ein weiterer Vorteil für den Mieter ist, dass eine Mieterhöhung nur sehr eingeschränkt für den Vermieter möglich ist. Von Nachteil ist jedoch, dass der Mieter mit einem Indexmietvertrag vergleichsweise mehr bezahlt. Dies hat damit zu tun, dass die Verbraucherpreise seit Jahren steigen. Zudem wirken sich zum Beispiel höhere Heizkosten sowohl auf seine Betriebskosten als auch auf seine Miete aus.

Der Vermieter profitiert von der Indexmiete insofern, dass er jährlich eine Anpassung der Miete vornehmen kann, ohne dass es auf die Zustimmung des Mieters oder auf die sonstigen Beschränkungen einer Mieterhöhung nach § 558 BGB ankommt (lesen Sie dazu: Mieterhöhung: Was ist bei einer Mieterhöhung zu beachten?). Nachteilig ist allerdings, dass eine Mieterhöhung wegen Modernisierungsarbeiten oder zur Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete nur eingeschränkt bzw. gar nicht möglich ist. Außerdem ist es theoretisch möglich, dass die Lebenserhaltungskosten und damit die Indexmiete sinken.

Quelle: refrago/rb

Bearbeitungsstand: 04.03.2016

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