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Verwaltungsrecht und Zivilrecht | 18.08.2016

Toten­fürsorge

Bestattung: Wer bestimmt über die Art einer Beerdigung und den Bestattung­sort?

Wenn ein Mensch gestorben ist, stellt sich die Frage wie und wo er zu beerdigen ist. In bestimmten Fällen kann der Verstorbene selbst Anordnungen über die Art seiner Bestattung getroffen haben. Doch was ist, wenn es an einer solchen Anordnung fehlt? Wer bestimmt in diesem Fall über die Art und den Ort der Beerdigung? Steht dieses Recht den Angehörigen oder den Erben zu?

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Wer bestimmt über die Art einer Beerdigung und den Bestattungsort?

Das Recht über die Art und den Ort der Bestattung eines Verstorbenen zu bestimmen, ist vom Recht der Toten­fürsorge umfasst. Dieses Toten­fürsorge­recht steht aufgrund der familien­rechtlichen Bindung zum Verstorbenen grund­sätzlich den nächsten Verwandten zu. Dazu gehören der Ehegatte sowie die Verwandten in gerader Linie. Dem Erben steht demgegenüber nicht das Toten­fürsorge­recht zu (vgl. Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 23.03.1989, Az. 16 U 82/88). Dieser darf, soweit er kein nächster Verwandter des Verstorbenen war, nicht über die Bestattungs­art und den Beerdigungs­ort entscheiden.

Können die nächsten Verwandten frei über die Art und den Ort der Bestattung entscheiden?

Es ist zu beachten, dass den nächsten Angehörigen das Toten­fürsorge­recht nicht uneingeschränkt zusteht. Vielmehr muss es unter Berücksichtigung des ausdrücklichen oder mutmaßlichen Willens des Verstorbenen ausgeübt werden (vgl. Bundesgerichtshof, Urteil vom 26.02.1992, Az. XII ZR 58/91, ebenso Amtsgericht München, Urteil vom 11.06.2015, Az. 171 C 12772/15). Dieser entscheidet zunächst maßgeblich über die Art und den Ort der Beerdigung. So ist es möglich, dass der Verstorbene eine Bestattungs­verfügung erließ, einem Dritten eine Bestattungs­vollmacht ausstellte oder zu Lebzeiten Äußerungen über die Bestattungs­art und den Bestattung­sort tätigte. Diese Möglichkeiten sind gegenüber dem Toten­fürsorge­recht der nächsten Verwandten vorrangig. Nur wenn der Wille des Verstorbenen keine Anhalts­punkte ergibt, dürfen die nächsten Verwandten über die Art und den Ort der Beerdigung entscheiden.

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Quelle: refrago/rb

Bearbeitungsstand: 18.08.2016

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Kommentare (3)

 
 
Christina Johann schrieb am 08.03.2019

Was wenn im Nachhinein eine Verfügung gefunden wird die nicht mit der Entscheidung der Angehörigen übereinstimmt. Hat das rechtliche Konsequenzen? Also man macht Urnenbestattung in Wochen später taucht in Wohnung Wille zur erdbestattung auf.

Andrea schrieb am 14.10.2016

Ich wüsste gerne ob bei Insolvenz des Toten die Kinder eine auf Wunsch des Sozialhilfe Bedürftigen Verstorbenen teure Erdbestattung zahlen müssen wenn sie nichts erben und stattdessen selbst zahlen müssen !

dummer Frager schrieb am 28.04.2015

und was kann der Tote tun, wenn ich mich nicht an die Verfügung halte ?

 
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