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Mietrecht | 28.04.2016

Krach

Nachbarlärm: Darf man bei einer Lärm­störung durch den Nachbarn mit einem Besenstiel an die Decke klopfen oder mit der Zange an die Heizung schlagen?

Wer in einem Mehr­familien­haus wohnt, muss grund­sätzlich damit rechnen, dass Geräusche aus der Nachbar­wohnung dringen. Problematisch kann es dann werden, wenn die Lärm­störung ein Ausmaß annimmt, die nicht mehr hinnehmbar ist. Nicht selten greifen die Betroffenen dann zum Besenstiel oder zur Zange, um damit gegen die Decke oder den Heizkörper zu schlagen. Doch ist dies überhaupt zulässig? Darf man einer Lärm­störung mit eigenem Lärm begegnen?

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Darf man bei einer Lärmstörung durch den Nachbarn mit einem Besenstiel an die Decke oder mit der Zange an die Heizung schlagen?

Nach einer Entscheidung des Amts­gerichts Hamburg aus dem Jahr 1995 ist es unzulässig, bei einer nachbarlichen Lärm­störung zum Besenstiel oder Zange zu greifen, um damit gegen die Decke oder den Heizkörper zu schlagen. Dem Betroffenen einer Lärm­störung stehe kein Recht zu einer eigenen Lärm­störung zu. Zwar könne erheblicher Lärm aus einer Nachbar­wohnung als verbotene Eigenmacht zu werten sein. Einer solchen dürfe sich der Betroffene gemäß § 859 Abs. 1 BGB auch mit Gewalt erwehren (sog. Besitzwehr). Das Schlagen an die Decke oder an Heiz­körpern könne aber nicht als Besitzwehr angesehen werden. Denn ein solches Verhalten sei nicht geeignet, die nach­barliche Lärm­störung zu beseitigen. Vielmehr stelle der dadurch verursachte Lärm selbst eine verbotene Eigenmacht und somit eine Besitz­störung im Sinne des § 862 BGB dar. Verbotener Eigenmacht dürfe nicht mit verbotener Eigenmacht begegnet werden (Amtsgericht Hamburg, Urteil vom 28.11.1995, Az. 47 C 1789/95).

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Quelle: refrago/rb

Bearbeitungsstand: 28.04.2016

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Kommentare (2)

 
 
Oh na nie schrieb am 30.04.2016

Ja in diesem Land hört oder liest man immer wieder was alles nicht geht - was man stattdessen tun könnte oder wie man sich verhalten sollte - die Antwort bleiben gern alle schuldig.

Peter Kroll schrieb am 29.04.2016

Ich tendiere dazu, übermotivierte Anwälte die Frage beantworten zu lassen: Wie groß müssen Wattebäuschchen sein, um nicht als ruhestörend zu wirken, wenn man sie gegen Decken von unten und gegen Heizungsrohre werfen würde. Es gibt bestimmt Leute, die als menschliche Arschlöcher eine hervorragende Ausbildung genossen und sich dieser Frage bestimmt annehmen.

 
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