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Anwaltliches Berufsrecht | 17.08.2015

Erstberatung

Anwaltsgebühren: Was kostet eine Erstberatung beim Rechtsanwalt?

Wer sich im Rahmen einer Erstberatung bei einem Rechtsanwalt erhofft, eine kostenlose Auskunft oder einen kostenlosen Rat zu erhalten, kann sich schnell wundern. Denn nicht selten stellt der Rechtsanwalt das Erstberatungsgespräch in Rechnung. Wer meint, dass ein solches Gespräch stets kostenlos sei, hat leider unrecht. Denn der Rechtsanwalt kann grundsätzlich für eine Erstberatung eine Vergütung verlangen. Doch was kostet eine Erstberatung?

Was kostet eine Erstberatung beim Rechtsanwalt?

Was ein Rechtsanwalt als Vergütung für eine Erstberatung verlangen darf, richtet sich nach § 34 RVG. Danach richtet sich die Höhe der Vergütung zunächst einmal an eine entsprechende Vereinbarung zwischen Mandant und Rechtsanwalt. Ist eine Vergütungsvereinbarung aber nicht getroffen worden, hat der Anwalt nach § 612 Abs. 2 BGB ein Anspruch auf eine übliche Vergütung. Deren Höhe beschränkt § 34 Abs. 1 RVG für das Erstberatungsgespräch auf 190,00 Euro. Dies gilt jedoch nur für Verbraucher. Für Gewerbetreibende oder Freiberufler, die eine Auskunft oder ein Rat wollen, gilt diese Beschränkung jedoch nicht.

Wird der Rechtsanwalt aufgrund des Erstberatungsgesprächs aktiv, so können die Kosten für die Erstberatung auf die weitere Tätigkeit angerechnet werden (§ 34 Abs. 2 RVG).

Muss ein Rechtsanwalt über die Kosten einer Erstberatung aufklären?

Ein Rechtsanwalt muss grundsätzlich nicht über die Kosten einer Erstberatung aufklären. Denn von einer Kostenpflicht muss stets ausgegangen werden (Amtsgericht Steinfurt, Urteil vom 13.02.2014, Az. 21 C 979/13). Eine Ausnahme besteht hingegen dann, wenn für den Anwalt erkennbar ist, dass der Mandant von einem kostenlosen Erstberatungsgespräch ausgeht. Dies kann etwa der Fall sein, wenn der Mandant in finanziellen Schwierigkeiten steckt und er den Anwalt darauf hingewiesen hat (Amtsgericht Wiesbaden, Urteil vom 08.08.2012, Az. 91 C 582/12 (18)).

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Bearbeitungsstand: 17.08.2015

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Kommentare (9)

 
 
Amin schrieb am 08.01.2016

Ich hatte mehrmals einen Anwalt aufgesucht und nach den Chancen eines falles mich informiert. Leider, bin ich einmal an einer Anwalt geraten der mich auch nicht beraten hat, sondern lediglich gesagt hat, dass er es für ihn sich nicht lohn das Thema anzunehmen, weil er die Klage zu wenig rauszuholen ist, was sein Lohn damit nicht gerecht fertigt. Nach ein Monat eine Rechnung. Habe dort angerufen und mit ihm darüber geredet, dass er mich nicht darüber informiert hat, dass er für die 5 min Beratung 230 Euro nimmmt. Er daraufhin zahlen Sie die Hälfte. Habe gesagt, dass ich damit auch nicht einverstanden bin. Aber, er war am ende Einverstanden, dass ich das Gebühr nicht zahlen kann. Nach 5 Monate flatert ein Schreiben von Ihm, dass ich die Erstberatung zahlen muss.

Ist das In Ordnung?

Dietlinde Eder-Lehfeldt schrieb am 03.02.2015

Der Beitrag dürfte etwas genauer sein:

1. Die Beschränkung der Gebühr für eine Erstberatung stellt nach Gesetz = Rechtsanwaltsvergütungsgesetz und nicht BGB eine Höchstgebühr dar.D.h. selbst wenn der Anwalt nichts gesagt hat, muss der Verbraucher nicht davon asugehen, dass er die Höchstgebühr bezahlen muss. Mein Rat: immer nachfragen!

2. Die Höchstgebühr sind 190€ zzgl. 19 % MWSt = 226,10€.

3. Im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz ist zwar keine Informationspflicht normiert, diese ergibt sich aber für Verbraucher aus der Dientsleistungsinformationsverordnung, kurz DienstLInfoV. Die ist auch für Rechtsanwälte bindend.

Nach meiner Rechtsauffassung hat jeder Mandant den Anspruch auf eine Information über die Kosten und zwar ungefragt.

Dietlinde Eder-Lehfelt

Rechtsanwältin

Wolter antwortete am 26.03.2015

Guten Tag, jetzt muss ich natürlich vorher fragen, ob diese Antwort bzw. Beratung etwas kostet. Ich habe mich per EMail beraten lassen, es ging um einen KFZ Stellplatz. Es wurde weder von mir gefragt noch von dem Anwalt erwähnt das die Beratung nun 238€ kostet. Ist das so richtig? Die Email vom Amwalt habe ich noch, wie gesagt, kein Anhaltspunkt für die Höhe der Kosten. Muss ich das so hinnehmen?

Thorsten schrieb am 10.01.2015

Unwissenheit kann manchmal teuer zu stehen kommen. Für. 249,-

Weiss ich jetzt, das mein ausgesuchter Anwalt 15 Jahre Handball gespielt hat und es eine App gibt, womit man Anwaltskosten errechnen kann.

Inkl. 20 Euro Telekommunikationskosten.

Und ich bin einfacher Verkäufer, der für 20 min. Fachgespräch gut ist, dass manch einer dann gut beraten im I-Net einkaufen kann.

Jetzt weiss ich auch, warum die Sekretärin sich bei mir so nett am telefon bedankt hat und sich auf meinen Besuch freut. Das kam mir schon zu nett vor...

Ab jetzt wird sich durchgefragt und gegoogelt! Einen Anwalt nur noch, wenn es anders nicht geht!

...der verdient ja sein Geld, davon träume ich...

peter lunau schrieb am 23.09.2014

grundsätzlich ist vorsicht bei anwaltskonsultationen zu bewahren.

so ein anwalt arbeitet nicht umsonst und ist oft auch nicht ihrer auffassung der sachverhalte..er wird sie aber für geld vertreten.

dabei wäre zunächstest einmal für sie zu klären ob das was der anwalt ihnen alles als sein wissen verkaufen will nicht längst allgemein wissen oder zumindest zu ihrem eigenen wissensschatz gehört.denn der anwalt will für längst hinreichend bekanntes ebenso bezahlt werden wie für evtl. hinweise auf rechtliche gesetzgeberische zickzackkurse und normale doppeldeutigkeiten die sich gegenseitig teilweise aufheben.klären sie auch vor der gerichtsverhandlung ob sich die sache mit erfolgsaussicht halten lässt oder sie nur den urlaub des anwaltes mitfinanzieren sollen.

jmk antwortete am 06.10.2014

Das Problem ist komplex. Wer im Reisebüro nach den Kosten einer Urlaubsreise fragt, wird auch zuvor erst einmal genau angeben müssen, wann und wie lange er wo und mit welchen Leistungen Urlaub machen möchte. Das sollte der Kunde in längstens 5 min. hinreichend genau schildern können.

Daraufhin sucht der Anbieter aus Prospekten Reisen heraus, für die alles mir festen Preisen bereits weitgehend vorgegeben ist, wobei er grundsätzlich weder für die Richtigkeit der Vorgaben, noch die Qualität der Ausführung haftet.

Der Reisekaufmann ist gleichsam Reiseverkäufer für Reiseveranstalter auf Provisionsbasis und lebt von seinen Verkäuferqualitäten.

Der Anwalt muss sich oft - zum Teil auch unnötig - lange Sachverhaltsschilderungen anhören, obwohl er nichts anderes zu "verkaufen" hat als seine Lebenszeit und sein Wissen und soll dann - wie man an den anderen Kommentaren entnehmen kann - in "nullkommanix" notfalls die richtige Lösung liefern über die möglicherweise seit Jahren div. Professoren sich nicht einigen können und auch unterschiedliche Gerichte unterschiedlich urteilen - und – der Anwalt soll natürlich auch dafür haften!

Ob seine Beratung etwas Wert war, soll dann am Ende auch noch der Mandant als Laie entscheiden (der Laie examiniert und benotet den Fachmann, mal was Neues!).

Abenteuerlich!

Es geht nur angemessen mit einem Zeithonorar, das man zuvor vereinbaren kann, und im Rahmen der Erstberatungsgebühr bei hohem Haftungsrisiko zudem nur unter Ausschluss der Haftung.

R. Müller schrieb am 27.05.2014

Sind Gebühren auch dann fällig, wenn es sich beim Gespräch herausstellt, dass der Anwalt keinerlei Ahnung von der entsprechenden Gesetzeslage hat und ständig in Büchern herum blättert?

Besteht keine Anwaltspflicht, ggf. bei Terminvereinbarung oder spätestens bei Gesprächsbeginn hinzuweisen, dass er in der zu beratenden Gesetzesmaterie nicht zuhause ist? Muß ein Fachanwalt für XY mit der Rechtsentwicklung auf dem laufenden sein - oder genügt seine Zulassung von vor 10 Jahren?

Dietlinde Eder-Lehfeldt schrieb am 26.05.2014

Meiner Meinung nach muss ein Anwalt nach dem neuen Verbraucherschutzgesetz entsprechend der Richtlinien der EU sehr wohl vor der Erstberatung sein Honorar benennen. Das ergibt sich aus den Informationspflichten bei Dienstleistungen. Gerichte und Kammern sind zwar nicht dieser Auffassung - sie müsste sich aber nach dem 13.06.2014 durchsetzen.

Dietlinde Eder-Lehfeldt

Rechtsanwältin

Epke antwortete am 18.08.2015

Ich habe meine Rechtsanwältin auf das neue Verbraucherschutzgesetz hingewiesen die Anwältin wollte wegen

wegen der Berechnung von Einheitswert 390.00 plus MWst vorab haben.Da Sie in den Büroräume keine Preislisten ausgehängt hatte

habe ich Ihr 100.00Euro überwiesen. Das Amtsgericht hat das auch so gesehen.Vor Urteilspruch wurde durch mehrer Anwäte die auch im Saal waren die Klage zurück gezogen

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