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Schadensersatzrecht | 04.03.2015

Schadenersatz

Kann man als Hundehalter oder Katzenhalter für seinen toten Hund oder seine tote Katze Schmerzensgeld vom für den Tod Verantwortlichen verlangen?

Nicht selten dient ein Hund oder eine Katze als Ersatz für einen Partner oder ein Kind. Dies führt zu einer immer weiteren Vermenschlichung der Tiere. Sie erhalten eigene Kleidung, haben einen Friseur und erben hin und wieder sogar etwas. Daher kann der Tod des Hundes oder der Katze für viele Tierhalter ein schwerer Schlag sein. Insbesondere, wenn der Tod plötzlich und unerwartet kommt. Genau wie beim Tod eines liebgewonnenen Menschen versinken die Halter verständlicherweise in Trauer. Als Ausgleich des erlittenen Leids verlangen einige Tierhalter von dem für den Tod Verantwortlichen Schmerzensgeld. Doch ist ein solches Begehren erfolgsversprechend? Kann man als Hunde- oder Katzenhalter für seinen toten Hund oder seiner toten Katze Schmerzensgeld verlangen?

Gibt es Schmerzensgeld für einen toten Hund oder eine tote Katze?

Kommt die Katze und der Hund aufgrund eines schädigenden Ereignisses eines anderen ums Leben und erleidet der Halter des Tieres deswegen einen Schockschaden, besteht nach Ansicht des Bundesgerichtshofs kein Anspruch auf Schmerzensgeld. Begründet hat er dies damit, dass selbst der Tod eines Menschen nur in eng umgrenzten Ausnahmefällen ein Anspruch auf Schmerzensgeld für die Hinterbliebenen begründet. Erst der Tod eines nahen Angehörigen und eine nachweisbare psychisch vermittelnde Gesundheitsbeeinträchtigung könne einen solchen Anspruch rechtfertigen. Diese restriktive Rechtsprechung dürfe nicht auf den Tod von Tieren übertragen werden. Denn die Trauer um den Tod einer Katze oder eines Hundes sei nicht vergleichbar mit dem Tod eines Menschen (Bundesgerichtshof, Urteil vom 20.03.2012, Az. VI ZR 114/11, siehe ebenfalls: Amtsgericht München, Urteil vom 02.11.2005, Az. 163 C 17144/05).

Wenig taktvoll entschied das Amtsgericht Mannheim. Es begründete seine Entscheidung damit, dass der Tod eines Haustieres zum allgemeinen Lebensrisiko gehöre. Zudem sei es unerheblich, wie nah sich der Halter und sein Tier waren. Von einem Tierhalter könne vielmehr erwartet werden, dass er der Trauer um sein totes Tier durch zumutbaren Willensakt begegnet. Wer dies nicht schafft und psychisch erkrankt, weise Verhaltensanomalien auf (Amtsgericht Mannheim, Urteil vom 03.04.1997, Az. 9 C 4082/96).

Bearbeitungsstand: 04.03.2015

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Kommentare (5)

 
 
M. Sandmann schrieb am 05.03.2015

Das ist mal wieder typisch für unsere deutsche Justiz und zeigt wieder mal eindrucksvoll, wie weit sich viele Juristen von den realen Lebensumständen entfernt haben. Das Tier, hier sprich

Hund, ist immer noch eine Sache im Sinne des Gesetzes!

Das entspricht auch unserer Wegwerfgesellschaft!

Das es Gott sei Dank auch noch Menschen gibt, die emotionale Bindungen zu Ihren Tieren aufbauen können, scheint unvollstellbar. Da ist von Vermenschlichung die Rede! Es zeichnet aber genau den Menschen aus, starke emotionale Bindungen aufbauen zu können! Millionen von liebevollen Hundebesitzern beweisen das, was Gerichte gerne ignorieren möchten. Die Bevölkerung hat schon lange ein ganz anderes Rechtempfinden entwickelt. Jüngster Fall: Edathy !

Matthias Münch schrieb am 18.10.2013

"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran ermessen wie sie Ihre Tiere behandelt!" Mahatma Ghandi.

Bananen Republik Deutschland kann man da nur sagen! Und der Richter muss kurz vor dem geistigen Entwicklungsstand eines Neanderthalers stehen!

spezialistiker antwortete am 09.03.2015

Soviel zu einem Land, in dem Menschen verhungern, aber Kühe herumlaufen.

Tiere werden durch das Tierschutzgesetz hinreichend geschützt. Menschen, die sich emotional mehr an Tiere als an ihre Mitmenschen binden, brauchen für diese perverse Haltung nicht auch noch ein Gesetz, das ihnen Schmerzensgeld zuspricht.

Volker Forkel schrieb am 08.10.2013

...diese Urteile sind völlig daneben und die Justitz legt den Tierqälern den roten Teppich damit aus . Völlig unbegreiflich diese Urteile und ich hoffe dass diese und andere Urteile schnellstens aufgehoben werden . Neue dem Lebewesen Tier zustehende Urteile auf Achtung und Würde werden für jedes Lebewesen gleichermaßen von mir und sehr vielen anderen Tierschützern seit vielen Jahrzehnten gefordert .

Reinhold antwortete am 08.10.2013

Da ein Tier in der Rechtsprechung immer noch als "Sache" angesehen wird, käme evtl. Schadensersatz (nicht Schmerzengeld) für den Verlust der "Sache" in Frage.

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