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Mietrecht | 28.08.2015

Laut

Was ist Zimmerlautstärke?

Das Wohnen in einem Mehrfamilienhaus bringt es mit sich, dass man den Geräuschen der Nachbarn ausgesetzt ist. Aber dies ist auch ganz natürlich. Denn das Leben in einer Wohnung verursacht nun mal Geräusche. Daher ist Lärm in Zimmerlautstärke hinzunehmen. Doch wann liegt eine solche Zimmerlautstärke vor?

Wann liegt Zimmerlautstärke vor?

Der Begriff der Zimmerlautstärke wird in keinem Gesetz definiert. Jedoch hat das Landgericht Nürnberg-Fürth in seinem Urteil vom 17.09.1991 (Az. 13 S 5296/90) den Versuch gemacht den Begriff näher zu definieren. Danach bedeute der Begriff Zimmerlautstärke, dass die Vernehmbarkeit von Geräuschen auf den Raum beschränkt sei, in welchem sie entstehen. Daher unterfallen Geräusche, die deutlich in der Nachbarwohnung vernehmbar seien, nicht mehr der Zimmerlautstärke. Dies bedeute aber auch nicht, dass keinerlei Geräusche mehr zum Nachbarn dringen dürfen. Zimmerlautstärke sei auch dann noch gegeben, wenn der Nachbar nur normale Wohngeräusche vernehmen könne.

Ähnlich argumentierte das Landgericht Kleve. Seiner Ansicht werde die Zimmerlautstärke zweifelsfrei überschritten, wenn das nachbarliche Geräusch in den Räumen des Betroffenen so laut vernehmbar ist, wie das eigene Gespräch, die eigene Unterhaltung, das eigene Radio, Fernseher und Musikprogramm. Zudem stellte es auf eine Dezibelgrenze ab. Wird tagsüber ein Wert von 40 Dezibel und nachts ein Wert von 30 Dezibel überschritten, so sei stets von einer Übrerschreitung der Zimmerlaustärke auszugehen (Landgericht Kleve, Urteil vom 01.10.1991, Az. 6 S 70/90).

Zu den normalen Wohngeräuschen gehören zum Beispiel folgende Lärmbelästigungen nicht:

Siehe auch DAWR Mietminderungstabelle 2014 zum Mietminderungsgrund Nachbarlärm.

Ist der Begriff „Zimmerlautstärke“ nicht viel zu unbestimmt?

Nach Ansicht des Landgerichts Berlin ist der Begriff „Zimmerlautstärke“ tatsächlich nicht bestimmt genug. Denn weder existiere eine gesetzliche Definition noch eine gefestigte Rechtsprechung, ab welchem Dezibelwert die Zimmerlautstärke überschritten werde. Eine Verurteilung zur Einhaltung der Zimmerlaustärke kann daher gar nicht vollstreckt werden (Landgericht Berlin, Beschluss vom 19.01.2012, Az. 67 T 227/11).

Siehe auch:

Bearbeitungsstand: 28.08.2015

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