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Sozialrecht | 03.08.2016

Bundes­ausbildungs­förderungs­gesetz

BAföG-Antrag: Wie und wo beantragt man BAföG und wie viel BAföG bekommt man?

Die Abkürzung BAföG steht für Bundes­ausbildungs­förderungs­gesetz und wird im allgemeinen Sprach­gebrauch mit der Förderung, die sich aus dem Gesetz ergibt, gleich­gesetzt. Durch die Ausbildungs­förderung durch das BAföG soll es Aus­zubildenden ermöglicht werden unabhängig von ihrer sozialen und wirtschaftlichen Situation eine Ausbildung zu erlernen. Die Ausbildungs­förderung kann dabei nicht nur Studenten, sondern auch Schülern zu stehen. Zudem ist nicht zwingend die deutsche Staats­angehörigkeit erforderlich. Aber wie und wo beantragt man die Ausbildungs­förderung und wie viel erhält man?

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Wie und wo beantragt man die Ausbildungsförderung nach dem BAföG?

Die Ausbildungs­förderung nach dem BAföG muss schriftlich bei dem dafür zuständigen Amt für Ausbildungs­förderung beantragt werden. Zur Antrag­stellung sind dabei zwingend die herausgegebenen Form­blätter zu verwenden (§ 46 BAföG). Der Antrag kann ab dem vollendeten 15. Lebensjahr vom Aus­zubildenden selbst oder von den gesetzlichen Vertretern gestellt werden (§ 36 SGB I). Zuständig können folgende Ämter sein:

  • für Studierende das Studenten­werk der Universität, in der sie im­matrikuliert sind (§ 45 Abs. 3 BAföG)
  • für Auszubildende an Abend­gymnasien, Kollegs, Höheren Fachschulen und Akademien das Amt für Ausbildungs­förderung, in dessen Bezirk sich die Ausbildungs­stätte befindet (§ 45 Abs. 2 BAföG)
  • für alle anderen das Amt für Ausbildungs­förderung der Stadt- bzw. Kreis­verwaltung am Wohnort der Eltern (§ 45 Abs. 1 Satz 1 BAföG)
  • in bestimmten Ausnahme­fällen, etwa bei bereits verstorbenen Eltern, das Amt für Ausbildungs­förderung, in dessen Bezirk der Auszubildende seinen ständigen Wohnsitz hat (§ 45 Abs. 1 Satz 2 BAföG)
  • für Auszubildende, die keinen festen Wohnsitz in Deutschland haben und die sorge­berechtigten Eltern keinen Wohnsitz in Deutschland haben, das Amt für Ausbildungs­förderung, in dessen Bezirk die Ausbildungs­stätte liegt (§ 45 Abs. 1 Satz 3 BAföG)
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Wie viel Ausbildungsförderung bekommt man?

Die Höhe der Ausbildungs­förderung bestimmt sich zunächst nach dem Bedarf des Aus­zubildenden. Dabei stellt das BAföG nicht auf den individuellen Bedarf des Aus­zubildenden ab. Vielmehr kommt es auf den abstrakten Bedarf an. Also auf den Bedarf, den ein Aus­zubildender nach den Vorstellungen des Gesetz­gebers typischer­weise für seinen Lebens­unterhalt und seiner Ausbildung braucht. Zudem hängt die Höhe des Bedarfs davon ab, welche Ausbildungs­stätte besucht wird und ob der Auszubildende noch bei seinen Eltern wohnt.

Hier eine Übersicht über die aktuellen Bedarfs­sätze nach den §§ 12, 13 BAföG:

AusbildungsstätteBei den Eltern wohnendZzgl. Zahlung des KV- und PV-Zuschlags* in Höhe von 73 EuroNicht bei den Eltern wohnendZzgl. Zahlung des KV- und PV-Zuschlags*
weiterführende allgemeinbildende Schule und Berufsfachschule sowie Fach- und Fachoberschule, deren Besuch keine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt0 Euro0 Euro465 Euro538 Euro
Berufsfachschul- und Fachschulklasse, deren Besuch keine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt216 Euro289 Euro465 Euro538 Euro
Abendhauptschule, Berufsaufbauschule, Abendrealschule und Fachoberschulklasse, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt391 Euro464 Euro543 Euro616 Euro
Fachschulklasse, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt, Abendgymnasium, Kolleg397 Euro470 Euro572 Euro645 Euro
Höhere Fachschule, Akademie, Hochschule422 Euro495 Euro597 Euro670 Euro

* Kranken­versicherungs- und Pflege­versicherungs­zuschlag

Ist der Bedarf nach der obigen Tabelle ermittelt worden, wird davon das an­zurechnende Einkommen und Vermögen des Aus­zubildenden sowie das an­zurechnende Einkommen seines etwaigen Ehegatten bzw. ein­getragenen Lebens­partner und grund­sätzlich auch seiner Eltern in Abzug gebracht. Dies erfolgt genau in dieser Reihenfolge. Das an­zurechnende Einkommen ist dabei nicht gleich­zusetzen mit dem Brutto- oder Nettolohn. Vielmehr wird das an­zurechnende Einkommen gemäß den §§ 21, 22 und 24 BAföG ermittelt. Von dem ermittelten Einkommen werden wiederum Frei­beträge, die das BAföG gewährt, abgezogen (§§ 23, 25 BAföG). Der Restbetrag stellt dann das an­zurechnende Einkommen dar.

Als Faustregel gilt folgendes:

Der Bedarf nach dem BAföG abzüglich des an­zurechnenden Einkommens und Vermögens des Aus­zubildenden, des an­zurechnenden Einkommens des Ehegatten bzw. ein­getragenen Lebens­partners sowie des Einkommens der Eltern ergibt den Förderungs­betrag.

Bearbeitungsstand: 03.08.2016

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