Werbung
Werbung

Ist Ihr Problem komplizierter als unsere Frage?

Holen Sie sich Hilfe!

Bei speziellen, individuellen Rechts­fragen sollten Sie immer den Rat einer Rechts­anwältin oder eines Rechts­anwalts einholen.

Rechtsanwälte aus ganz Deutschland finden Sie im Deutschen Anwaltsregister.

Arbeitsrecht | 20.09.2016

Krankmeldung

Hausarrest bei Krank­schreibung: Darf ein Arbeit­nehmer das Haus während einer Krank­schreibung verlassen?

Viele Arbeit­nehmer meinen, dass wer krank­geschrieben ist, das Haus nicht verlassen dürfe, sondern im Bett liegen und sich auskurieren müsse. Doch ist dies zutreffend? Muss ein Arbeit­nehmer, wenn er arbeits­unfähig krank­geschrieben wurde, tatsächlich die ganze Zeit das Bett hüten? Steht er somit unter „Hausarrest“?

Werbung
Darf ein Arbeitnehmer das Haus während einer Krankschreibung verlassen?

Ein Arbeit­nehmer kann unter bestimmten Umständen durchaus während einer Krank­schreibung das Haus verlassen. Er steht daher nicht zwingend unter „Hausarrest“. Was ein arbeits­unfähig krank­geschriebener Arbeit­nehmer alles tun darf und was nicht, hängt maßgeblich von der jeweiligen Erkrankung ab. Der Arbeit­nehmer muss jedenfalls im Hinblick auf seine arbeits­vertrag­liche Rücksicht­nahme­pflicht gegenüber seinem Arbeitgeber all dies unterlassen, was die Genesung verzögern oder sogar verhindern würde. Im Umkehr­schluss bedeutet dies, dass er all die Dinge machen kann, welche den Krankheits­verlauf positiv oder gar nicht beeinflussen. Daher kann ein Arbeit­nehmer, während er wegen eines ein­geklemmten Nervs im rechten Arm krank­geschrieben ist, beispiels­weise ein kurzzeitiges Bewerbungs­gespräch führen (Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 05.03.2013, Az. 5 Sa 106/12).

Welche Folgen hat ein Verstoß gegen die Rücksichtnahmepflicht?

Wer gegen die Rücksicht­nahme­pflicht aus dem Arbeits­vertrag verstößt, also den Genesungs­verlauf behindert, dem droht eine Abmahnung oder im schlimmsten Fall eine fristlose Kündigung. So geschehen in einem Fall als ein arbeits­unfähig krank­geschriebener Arbeit­nehmer in der Nacht als DJ arbeitete und dabei Alkohol konsumierte (Arbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.02.2014, Az. 2 Ca 4192/13). Das Arbeits­gericht Köln hielt in diesem Fall sogar eine Abmahnung für entbehrlich.

Es ist daher ratsam, sich bei seinem Arzt zu informieren, welche Tätig­keiten ausgeübt werden dürfen und welche nicht.

Werbung
Quelle: refrago/rb

Bearbeitungsstand: 20.09.2016

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 5 (max. 5)  -  2 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0
 
Werbung

Kommentare (0)

 
 

 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Finden Sie eine Anwältin oder Anwalt aus Ihrer Region in Deutschlands großer Anwaltssuche.

 

refrago ist ein Service der ra-online GmbH, der sich zum Ziel gesetzt hat, leicht verständliche Erklärungen für Rechtsfragen von allgemeinem Interesse zu finden.

Alle Ausführungen auf refrago erfolgen ohne Gewähr und ersetzen keine Rechtsberatung. refrago empfiehlt bei individuellen Rechtsfragen, einen Anwalt zu konsultieren, den Sie z.B. unter www.anwaltsregister.de finden können.