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Öffentliches Recht | 17.05.2018

Vermisst

Muss man für eine Ver­missten­anzeige 24 Stunden warten?

Laut dem Bundes­kriminalamt waren im Februar 2018 11.400 Personen in Deutschland vermisst. Von den vermissten Personen waren knapp zwei Drittel männlich, etwa die Hälfte waren Kinder und Jugendliche. In der Regel klären sich ca. 50 % der Ver­missten­fälle innerhalb einer Woche auf. Die Quote erhöht sich auf 80 % innerhalb eines Monats. Nur etwa ein Anteil von 3 % bleibt länger als ein Jahr vermisst. Die Gründe für ein Vermissen können vielfältig sein, wie zum Beispiel Liebes­kummer oder Probleme in der Schule oder mit den Eltern. Doch ab welchem Zeitpunkt kann eine Person bei der Polizei als vermisst gemeldet werden? Immer wieder ist zu hören, dass zunächst 24 Stunden gewartet werden muss. Doch ist dies zutreffend?

Muss man für eine Vermisstenanzeige 24 Stunden warten?

Für eine Ver­missten­anzeige muss man keine 24 Stunden warten. Dennoch müssen einige Voraus­setzungen gegeben sein, damit eine Person als vermisst gemeldet werden kann.

  • Zunächst muss die Person ihr gewohntes Lebens­umfeld verlassen haben.
  • Zudem muss der Aufent­haltsort der Person unbekannt sein.
  • Schließlich müssen Anhalts­punkte für eine Gefahr für Leib oder Leben der Person vorliegen. Dies kann zum Beispiel bejaht werden, wenn die Person Opfer einer Straftat geworden ist, in einem Unfall verwickelt ist, hilflos ist oder Selbst­tötungs­absichten geäußert hat.

Vor allem die letzt­genannte Voraussetzung ist von Bedeutung, da Erwachsene, die im Vollbesitz ihrer geistigen und körperlichen Kräfte sind, ihren Aufenthalt selbst bestimmen können. Es ist nicht Aufgabe der Polizei ganz allgemein den Aufenthalt von Personen fest­zustellen, wenn keine Gefahr für die Person besteht.

Etwas anderes gilt für minder­jährige Personen. Diese dürfen ihren Aufenthalt nicht selbst bestimmen. Hat also ein Minder­jähriger sein gewohntes Lebens­umfeld verlassen, ohne das sein Aufent­haltsort bekannt ist, so wird grund­sätzlich eine Gefahr für Leib oder Leben angenommen.

Was unternimmt die Polizei in Vermisstenfällen?

Was die Polizei in Ver­missten­fällen unternimmt, richtet sich nach dem Einzelfall.

  • Suchaktion
    Liegt etwa eine unmittelbare Gefahr für Leib oder Leben der vermissten Person vor oder handelt es sich um eine minder­jährige Person, so wird eine Suchaktion gestartet, die je nach Fall groß angelegt sein kann.

  • Fahndung
    Die vermisste Person wird in jedem Fall zur Fahndung ausgeschrieben. Wird die Person daraufhin gefunden, richtet sich das weitere Vorgehen danach, ob es sich um eine erwachsene oder minder­jährige Person handelt.

    Erwachsene werden gefragt, ob die Angehörigen oder Bekannten über ihren Aufent­haltsort informiert werden dürfen. Der Wunsch der vermissten Person wird daraufhin den Angehörigen bzw. Bekannten je nach seiner Entscheidung mit oder ohne Bekanntgabe des Aufent­halts­orts mitgeteilt. Ist die vermisste Person wohlauf, ist sie nicht Opfer einer Straftat geworden und hat sie selbst keine Straftaten begangen, hat sich der Ver­missten­fall für die Polizei erledigt.

    minder­jährige dagegen werden in staatliche Obhut genommen, bis sie den Eltern oder den sonstigen Sorge­berechtigten wieder übergeben werden können.

Wer ist zuständig für eine Vermisstenanzeige?

Zuständig für eine Ver­missten­anzeige und die Aufnahme von Identi­fizierungs­merkmalen der vermissten Person ist grund­sätzlich die Polizei­dienst­stelle, in deren Bereich die Person ihren Wohnsitz oder letzten Aufent­haltsort hatte.

Quelle: refrago/rb

Bearbeitungsstand: 17.05.2018

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Kommentare (2)

 
 
Schnesi97 schrieb am 21.05.2018

Zum Thema "Vermißtenanzeige erst nach 24 Stunden?" Wie ist es mit Personen, die krank sind, z. B. Demenz? Diese Personen haben auch ab und an klare Momente, aber im allgemeinen sind sie sich nicht bewußt (je nach Schwere z. B. bei Demenz), was sie evtl. machen oder wo sie hinwollen, wo sie sich befinden, finden auch oft nicht allein zurück nach Hause, können selber auch keine Hilfe organisieren usw.

Rechtsanwaltservice antwortete am 21.05.2018

Die sind dann wie Minderjährige zu behandeln

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