Werbung
Werbung

Ist Ihr Problem komplizierter als unsere Frage?

Holen Sie sich Hilfe!

Bei speziellen, individuellen Rechts­fragen sollten Sie immer den Rat einer Rechts­anwältin oder eines Rechts­anwalts einholen.

Rechtsanwälte aus ganz Deutschland finden Sie im Deutschen Anwaltsregister.

Schadensersatzrecht und Verkehrsrecht | 30.10.2014

Körperverletzung

Verkehrsunfall: Kann man als Geschädigter Schmerzensgeld für einen Folgeschaden trotz vorheriger Abfindung verlangen?

Fachbeitrag von Rechtsanwalt Stephan Hoynatzky

Treten nach einem Verkehrsunfall mit unfallbedingten Verletzungen Jahre danach weitere Gesundheitsschäden auf, so stellt sich häufig die Frage, ob man trotz einer mit der Kfz Haftpflichtversicherung des Schädigers vereinbarten Abfindung, weitere Schadensersatzansprüche, zum Beispiel Schmerzensgeld, geltend machen kann.

Der Bundesgerichtshof ist in ständiger Rechtsprechung der Ansicht, dass dann, wenn ein Geschädigter für erlittene Körperverletzungen uneingeschränkt Schmerzensgeld verlangt, durch den zuerkannten Betrag alle diejenigen Schadensfolgen abgegolten sind, die entweder bereits eingetreten und objektiv erkennbar waren oder deren Eintritt jedenfalls vorhergesehen und bei der Entscheidung berücksichtigt werden konnte.

Nur solche Verletzungsfolgen, die zum Beurteilungszeitpunkt noch nicht eingetreten waren und deren Eintritt objektiv nicht vorhersehbar war, mit denen also nicht oder nicht ernstlich gerechnet werden musste und die deshalb zwangsläufig bei der Bemessung des Schmerzensgeldes unberücksichtigt bleiben müssen, werden von der in der Abfindung vereinbarten Schadenssumme nicht umfasst und können deshalb Grundlage für einen Anspruch auf weiteres Schmerzensgeld sein.

Maßgebend ist also, ob sich bereits bei Vereinbarung der Abfindung eine Verletzungsfolge als derart nahe liegend darstellte, dass sie schon damals bei der Bemessung des Schmerzensgeldes berücksichtigt werden hätte können (vgl. u.a. Bundesgerichtshof, Urteil vom 08.07.1980, Az. VI ZR 72/79).

Werbung

Ein Fachbeitrag von [Anbieter­kenn­zeichnung]

Bearbeitungsstand: 30.10.2014

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0
 
Werbung

Kommentare (1)

 
 
Michael Krämer schrieb am 31.10.2014

Der Beitrag lässt einen wichtigen Aspekt leider außer Betracht, nämlich die Frage der Verjährung.

Verjährung auch für Schmerzensgeldansprüche tritt ein 3 Jahre nach Kenntnis des Schadenereignisses und des Schädigers. Dies gilt auch für sog. Spätfolgeschäden.

In der Praxis muss deshalb entweder in die Abfindungsvereinbarung ein entsprechender Vorbehalt im Sinne einer Verjährungsverzichtseinrede aufgenommen werden oder es wird ein gerichtliches Feststellungsurteil erstritten, wonach auch erst zukünftig entstehende Spätschäden zu erstatten sind.

 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Finden Sie eine Anwältin oder Anwalt aus Ihrer Region in Deutschlands großer Anwaltssuche.

 

refrago ist ein Service der ra-online GmbH, der sich zum Ziel gesetzt hat, leicht verständliche Erklärungen für Rechtsfragen von allgemeinem Interesse zu finden.

Alle Ausführungen auf refrago erfolgen ohne Gewähr und ersetzen keine Rechtsberatung. refrago empfiehlt bei individuellen Rechtsfragen, einen Anwalt zu konsultieren, den Sie z.B. unter www.anwaltsregister.de finden können.