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Schadensersatzrecht | 03.02.2016

Tradition

Darf man an Weiberfastnacht anderen die Krawatte abschneiden?

Es entspricht einer langen Tradition an Weiberfastnacht, dass Frauen den Männern die Krawatte abschneiden. Denn die Krawatte ist ein Symbol der männlichen Macht und diese gilt es an diesem Tag zu brechen. Doch ist das Krawatte-Abschneiden überhaupt zulässig? Macht frau sich nicht schadenersatzpflichtig? Kann mann Schadensersatz verlangen?

Führt das Abschneiden einer Krawatte zur Weiberfastnacht zu einer Schadenersatzpflicht?

Wenn jemand das Eigentum eines anderen verletzt, macht er sich schadenersatzpflichtig (vgl. § 823 BGB). Dies gilt grundsätzlich auch für das Abschneiden einer Krawatte zur Weiberfastnacht. Denn willigt der Krawattenträger in das Abschneiden nicht ein, liegt eine rechtswidrige Eigentumsverletzung vor. Dabei ist es unerheblich, ob dies einer langen Tradition entspricht.

Ausnahmen sind nur dann anzunehmen, wenn die Krawatte auf Arbeit oder bei Freunden abgeschnitten wird. Nicht jedoch bei vollkommen fremden Personen (vgl. Amtsgericht Essen, Urteil vom 03.02.1988, Az. 20 C 691/87). Ebenso muss beachtet werden, dass es die Tradition des Krawattenabschneidens ohnehin nur in den Karnevalshochburgen gibt. Man sollte es daher zum Beispiel im norddeutschen Raum tunlichst vermeiden auf Arbeit oder im Bekanntenkreis jemanden die Krawatte abzuschneiden.

Bearbeitungsstand: 03.02.2016

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