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Familienrecht und Unterhaltsrecht | 08.11.2017

Kindes­unterhalt

Was ändert sich in der Düsseldorfer Tabelle 2018?

Fachbeitrag von Rechtsanwalt Robert Binder

Die Düsseldorfer Tabelle ist eine seit dem Jahr 1962 vom Oberlandes­gericht Düsseldorf in Zusammen­arbeit mit den Richtern der Familien­senate der Oberlandes­gerichte Köln und Hamm sowie der Unter­halts­kommission des Deutschen Familien­gerichts­tages e.V. heraus­gegebene Richtlinie zur Bemessung von Unterhalt und wird regelmäßig überarbeitet. Sie stellt Leitlinien zum Unterhalts­bedarf von Unterhalts­berechtigten auf. Als Leitlinie ist die Düsseldorfer Tabelle nicht rechtsverbindlich. Mehr zu diesem Thema finden Sie hier: Was ist die Düsseldorfer Tabelle und wo ist die Düsseldorfer Tabelle veröffentlicht?

Am 1. Januar 2018 kommt eine neu überarbeitete Tabelle heraus. Was hat sich geändert?

Was ändert sich in der Düsseldorfer Tabelle 2018?

Die Änderungen der Düsseldorfer Tabelle betrifft vor allem die Erhöhung des Mindest­unterhalts eines minderjährigen Kindes, der Einkommens­gruppen sowie des Bedarfs­kontroll­betrags. Der gesetzlich in § 1612a Abs. 1 BGB festgelegte Mindest­unterhalt für minder­jährige Kinder ändert sich am 1. Januar 2018 und machte daher die Anpassung der Düsseldorfer Tabelle erforderlich.

  • Mindestunterhalt minderjähriger Kinder
    Der Mindest­unterhalt eines minderjährigen Kindes erhöht sich in der ersten Einkommens­gruppe in der Altersstufe von

    o 0 bis 5 Jahren von 342 Euro auf 348 Euro monatlich

    o 6 bis 11 Jahren von 393 Euro auf 399 Euro monatlich

    o 12 bis 17 Jahren von 460 auf 467 Euro monatlich

    Der Mindest­unterhalt für volljährige Kinder steigt demgegenüber nicht.

    Die Bedarfs­sätze für die übrigen Einkommens­gruppen wurden ebenfalls angepasst. So erhöhen sich die Bedarfs­sätze für die Einkommens­gruppen

    o 2 bis 5 um jeweils 5 %

    o 6 bis 10 um jeweils 8 % des Mindest­unterhalts

  • Einkommensgruppen
    Zudem steigen seit dem Jahr 2008 erstmalig wieder die Einkommens­gruppen. So beginnt die neue Düsseldorfer Tabelle mit einem bereinigten Netto­einkommen von bis zu 1.900 Euro, anstatt bisher von bis zu 1.500 Euro, und endet mit einem bereinigten Netto­einkommen von bis zu 5.500 Euro, anstatt bisher von bis zu 5.100 Euro.
  • Bedarfskontrollbetrag
    Ebenfalls erhöht wurde der Bedarfs­kontroll­betrag, der eine ausgewogene Verteilung des Einkommens zwischen dem Unterhalts­pflichtigen und den Unterhalts­berechtigten Kindern gewähr­leisten soll.

    Während der Betrag in der ersten Einkommens­gruppe nicht geändert wurde, steigt er in der zweiten Einkommens­gruppe von bisher 1.180 Euro auf 1.300 Euro. In den folgenden Einkommens­gruppen steigt der Bedarfs­kontroll­betrag wie bisher um jeweils 100 Euro. Darüber hinaus steigt der ausbildungs­bedingte Mehrbedarf von 90 Euro auf 100 Euro.

Über den Autor des Artikels:

Der Autor ist Rechtsanwalt in Berlin. Rechtsanwalt Binder ist deutschlandweit im Scheidungsrecht tätig und betreibt mit seiner Kanzlei die Scheidungsinfoseite scheidung.services.

Quelle: rb

Ein Fachbeitrag von Rechtsanwalt Robert Binder - www.si-recht.de [Anbieter­kenn­zeichnung]

Bearbeitungsstand: 08.11.2017

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