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Mietrecht | 27.11.2014

Lautstark

Was kann ein Mieter gegen Kinderlärm unternehmen?

Die eigenen vier Wände dienen vielen Menschen als Hort der Gemütlichkeit und Ruhe. Doch diese kann empfindlich gestört werden. Vor allem Kinder können mit ihrem Geschrei, Getrampel und lautstarkem Gespiele die Nerven der Nachbarn erheblich belasten. Kann man sich als Mieter gegen Kinderlärm zur Wehr setzen? Kann man vielleicht die Miete mindern oder das Mietverhältnis außerordentlich kündigen?

Besteht bei Kinderlärm ein außerordentliches Kündigungsrecht?

Kinderlärm stellt keinen wichtigen Grund zu einer außerordentlichen Kündigung dar. Weder darf ein Mieter, der sich von Kinderlärm belästigt fühlt, deswegen kündigen (vgl. Amtsgericht Oberhausen, Urteil vom 10.04.2001, Az. 32 C 608/00). Noch darf der Vermieter den Eltern des Kindes nach § 573 Abs. 2 Nr. 1 BGB kündigen (vgl. Landgericht Wuppertal, Urteil vom 29.07.2008, Az. 16 S 25/08 und Amtsgericht Bergisch Gladbach, Urteil vom 18.05.1982, Az. 26 C 14/82). Dies wird damit begründet, dass es zum vertragsgemäßen Gebrauch einer Wohnung gehört, dass Kinder durch ihren Spiel- und Bewegungstrieb sowie durch Weinen und Rufen Lärm verursachen. Ein durch dieses Verhalten entstehender Geräuschpegel ist daher hinzunehmen.

Kann der Mieter wenigstens seine Miete mindern?

Der Mieter ist auch nicht dazu berechtigt seine Miete zu mindern. Denn Kinderlärm sei nicht nur nach Ansicht des Amtsgerichts Hamburg-Bergedorf dem Kleinkinddasein immanent und deshalb als sozialadäquat hinzunehmen (vgl. Amtsgericht Hamburg-Bergedorf, Urteil vom 11.11.2008, Az. 409 C 285/08). Ein Mietmangel im Sinne von § 536 BGB kann daher darin nicht gesehen werden. Nur wenn der Geräuschpegel über die übliche Belästigung hinausgeht, den die Bewohner eines größeren Mietshauses ausgesetzt sind, kann ein Minderungsrecht bestehen. Dies ist aber nur bei Lärm anzunehmen, der das Wohlbefinden oder sogar die Gesundheit erheblich beeinträchtigt (vgl. Amtsgericht Trier, Urteil vom 17.01.2001, Az. 5 C 194/00).

Hier einige Beispiele aus der Rechtsprechung, in denen ein Minderungsrecht verneint wurde:

Siehe vertiefend: Mietminderungstabelle Kategorie Kinderlärm

Bearbeitungsstand: 27.11.2014

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Kommentare (3)

 
 
H. Nebel schrieb am 11.12.2017

Es ist wirklich eine Frechheit, dass man hier nichts machen kann und auch verantwortungslos dem - in meinem Fall - 2-3 Jährigen Kind gebenüber, dass teilweise bis 1 Uhr nachts (wochentags - am WE streiten sich non-stop die "Eltern" mittels schreien, brüllen, Gegenstände und Türen werfen usw.) brüllend, kreischend durch die Wohnung trampelt, dass sämtliche Sachen in meiner Whg. vibrieren und ich wohne links über diesen "Personen". Wenn man das Kind tagsüber sieht, dann sieht man nur rot entzündete und schwarz umringte Augen. Auto fahren darf man nur mit Führerschein - Kinder kriegen darf jeder...

Wohnungssuche läuft schon, weil das geht ja gar nicht mehr...

Claudia schrieb am 14.01.2017

Hallo,

ober uns wohnt eine russische Familie, die mehr als nur Laut sind.

Kinderlärm ist ja in Ordnung, aber muss das auch nach 24 Uhr hingehommen werden? Wir sind ein 6 Parteienhaus und bereits 3 Parteien klagen über den nächtlichen Lärm. Man hört nicht nur das Laufen und Hüpfen der Kinder, sondern auch Türen knallen, Möbelrutschen und sonstigen Lärm. Nicht nur wir, die darunter wohnen, sondern auch die, die darüber und gegenüber wohnen. Zudem sind das nicht nur die Mieter (2 Erwachsene + 3 Kinder), sonder da ist auch immer haufenweise Besuch etc.

Wir müssen am nächsten Tag in die Arbeit und sind gerädert, weil wir durch den Lärm nicht schlafen können. Was sollen wir tun?

Werner antwortete am 27.10.2017

Da können wir uns die hand geben ... Das gleiche hab ich auch ... Meine Nerven sind blank wir kündigen und sind auf der suche nach was ruhigen weil du hast laut gesetzt ja null Chance... Es gibt zwar das gesetzt auf Ruhe aber keins gegen zu faule Eltern und zu laute Kinder so hart es klingen mag!!!!

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