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Bankrecht, Kapitalmarktrecht und Verbraucherrecht | 26.06.2015

10 FAQ

Kreditvertrag: Worauf sollte man achten, wenn man einen Kredit oder ein Darlehen abschließen will?

Die zehn wichtigsten Fragen rund um den Kreditvertrag

Größere Anschaffungen sind oft eine Frage der Liquidität. Der Bedarf an zusätzlichen finanziellen Mitteln kann hierbei aus vielerlei Gründen entstehen. So ist es für Verbraucher in Deutschland möglich, Kredite für die unterschiedlichsten Investitionen aufzunehmen. Vom Auto über neue Möbel bis hin zum lang ersehnten Traumurlaub oder auch dem Eigenheim helfen Kredite bei der Finanzierung wichtiger Dinge. Fakt ist jedoch, dass nur ein sorgfältig ausgewählter Kredit mit den richtigen Konditionen für tatsächliche Vorteile sorgen kann. Künftige Kreditnehmer sollten also nicht unbedingt das erste Angebot auswählen, sondern einen gründlichen Vergleich durchführen, bei dem die Leistungen und Modalitäten verschiedener Kreditanbieter einander gegenübergestellt werden.

Zudem ist es wichtig, dass sich ein Kunde auch mit den Details rund um Kredite auskennt. Laien vergessen häufig wichtige Dinge, die sich im weiteren Verlauf als nachteilig herausstellen können. Dass sich der Kreditnehmer solides Fachwissen aneignet, wäre jedoch ein wenig übertrieben. Es genügt zum sicheren Abschließen eines guten Kredits, über wichtige Eckpunkte und Fallstricke informiert zu sein. Im Folgenden finden Interessierte Antworten auf zehn wichtige Fragen zum Kreditvertrag.

GeldQuelle: DAWR - Deutsches Anwaltsregister

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Was führt zum rechtsgültigen Abschluss eines Kreditvertrages?

In der Wirtschaft braucht es zum Abschluss rechtsgültiger Verträge zwei übereinstimmende Willenserklärungen. Die Willenserklärung der Bank und die des Kunden sollten also in jedem Fall für den Abschluss des Kreditvertrages sprechen. Mit der Unterschrift des Kreditvertrages bestätigen beide Parteien den Abschluss, weswegen ab diesem Zeitpunkt ein vollständiger Vertrag entsteht.

Hat jeder Kunde einen Anspruch auf den Abschluss eines Kreditvertrags?

Im deutschen Recht ist kein Gesetz zu finden, das einem Kunden das grundsätzliche Recht auf einen Kreditvertrag einräumt. Vielmehr folgt die Vergabe der Kredite dem Grundsatz der sogenannten Privatautonomie. Dieser besagt, dass jede beteiligte Partei selbst und frei entscheiden kann, ob ein Vertrag zustande kommen soll. Selbst wenn ein Kunde bereits mit seinem Kreditinstitut verhandeln konnte und eigentlich nichts gegen den Abschluss eines Kredits spricht, kann die Bank den Abschluss des Vertrages dennoch verweigern.

Kann ein Kredit widerrufen werden?

Es ist möglich, einen bereits abgeschlossenen Kredit innerhalb einer Frist von 14 Tagen rechtsgültig zu widerrufen. Der Verbraucher wird hierdurch geschützt, denn sollte es kurz nach dem Abschluss einen Grund zu einer Umentscheidung geben, kann er sich aus dem Vertragsverhältnis folgenlos befreien. Interessant ist das Widerrufsrecht laut dem Deutschen Anwaltsregister (DAWR) auch bei Verträgen, die zwischen 2002 und 2010 abgeschlossen wurden, denn hier fehlt die Belehrung hinsichtlich des Widerrufs in den Vertragsunterlagen oftmals. Für den Kunden bietet sich dann die Möglichkeit, den Vertrag sogar Jahre später einfach zu widerrufen. Hieraus können sich je nach Darlehen deutliche Vorteile ergeben. Man spricht insoweit auch vom Widerrufsjoker.

Der Widerruf eines Kreditvertrages ist laut DAWR übrigens auch nach dessen vollständiger Beendigung möglich ist, wenn die Bank nicht korrekt über das Widerrufsrecht belehrt hat.

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Aus welchen Faktoren setzen sich die monatlichen Kreditraten zusammen?

Die Raten, die Kunden monatlich an ihren Kreditgeber zahlen müssen, setzen sich im Allgemeinen aus zwei Faktoren zusammen. So besteht sie sowohl aus einem Tilgungsanteil als auch aus einem Zinsanteil. Zins- und Tilgungsanteil verändern sich im Laufe der Zeit oftmals, da die Restschuld bei voranschreitendem Verlauf sinkt. Kunden erhalten von ihrem Kreditinstitut oftmals sogenannte Tilgungspläne, bei denen das Verhältnis von Zinsen und Tilgung aufgeschlüsselt ist.

Was beinhaltet der effektive Jahreszins?

Banken, die Kunden mit günstigen Angeboten locken möchten, werben häufig mit dem Nominalzins. Für den Kunden jedoch ergibt sich in Form des effektiven Jahreszinses eine ganz neue Situation, denn diese Form des Zinssatzes beinhaltet weitere Faktoren und basiert auf einer komplizierten Berechnung. Die Berechnung des effektiven Jahreszinses erfolgt auf Basis der Faktoren Laufzeit, Kreditbetrag und Gebühren.

Wann können Kunde und Bank einen Kreditvertrag kündigen?

Bei der Kündigung eines Kreditvertrages wird zwischen der ordentlichen und der außerordentlichen Form unterschieden. Da es sich bei Verbraucherkrediten zumeist um solche mit einem fest vereinbarten Zinssatz handelt, können diese erst mit Frist von einem Monat vor dem Ablauf der Zinsbindungsfrist gekündigt werden. Für den Verbraucher ist außerdem wichtig, dass er die Restschuld nach Kündigung innerhalb von zwei Wochen begleicht. Für eine außerordentliche Kündigung muss es hingegen triftige Gründe geben. So ist es der Bank möglich, einen Kreditvertrag außerordentlich zu kündigen, wenn die finanziellen Verhältnisse des Kunden sich drastisch verschlechtert haben. Dies kann sich beispielsweise durch einen Verzug bei den Monatsraten oder auch Pfändungen zeigen.

Worum handelt es sich bei der Vorfälligkeitsentschädigung?

Die Vorfälligkeitsentschädigung kommt zum Tragen, wenn ein Kunde einen Kreditvertrag vor der vereinbarten Laufzeit beenden möchte. Da die Bank hierdurch einen Zinsschaden erleidet, legt sie diesen in Form einer Entschädigungszahlung auf ihren Kunden um. Ob und in welcher Form ein Kreditgeber eine Vorfälligkeitsentschädigung geltend macht, ergibt sich oft aus den Vertragsunterlagen. Für Verbraucherdarlehen bei EasyCredit verspricht der Kreditgeber eine jederzeitige Rückzahlungsmöglichkeit. Es ist für den Kunden also durchaus wichtig, bei einem Kreditvergleich auch auf eine mögliche Vorfälligkeitsentschädigung zu achten.

Welche Bedingungen müssen Kunden für einen Kredit erfüllen?

Damit ein Kreditvertrag zustande kommt, muss der künftige Kreditnehmer einige Voraussetzungen erfüllen. So ist es Antragstellern erst dann möglich, einen Kredit zu erhalten, wenn sie volljährig sind. Auch die eigene Bonität ist ein Faktor, der bei der Gewährung eines Kredits zum Tragen kommt. Banken prüfen daher oftmals den sogenannten Schufa-Score, der Aufschluss über die Zahlungsfähigkeit des Kreditnehmers gibt. Seit 2010 können Kunden einmal jährlich kostenlos eine Selbstauskunft bei der Schufa beantragen.

Welche Laufzeiten sind vorteilhaft?

Welche Laufzeiten für einen Kredit besonders vorteilhaft sind, kann pauschal nicht beantwortet werden. So sinken bei längeren Laufzeiten auch die monatlichen Raten, weswegen die Belastung augenscheinlich ebenfalls geringer ist. Tatsächlich jedoch kommen bei Krediten mit langen Laufzeiten oft deutlich höhere Gesamtkosten aufgrund des Zinssatzes zum Tragen. Kunden sollten daher stets auch die Gesamtkosten eines Kredits im Auge behalten, wenn sie die richtige Laufzeit auswählen möchten.

Gibt es eine Möglichkeit, Kredite ohne Schufa abzuschließen?

Manche Kreditgeber ermöglichen die Vergabe von Krediten ohne eine Überprüfung des Schufa-Scores. Verbraucherschützer warnen jedoch häufig vor solchen Angeboten, da sich an dieser Stelle nicht selten finanzielle Nachteile und „Abzockmaschen“ ergeben können.

Siehe auch:

Bearbeitungsstand: 26.06.2015

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