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Bankrecht | 28.07.2016

Kredit

Online-Kredite: Welche Rechte hat der Verbraucher?

Auch beim Online-Kredit gilt der Verbraucherschutz

Online Kredite aufzunehmen ist heute selbstverständlich. Im Fokus stehen dabei vor allem Raten­kredite, es gibt aber mittlerweile auch komplexere Finanzierungen wie Baukredite als Online-Angebot. Solche Direkt­kredite bieten oft günstigere Konditionen als die Kredit­aufnahme auf her­kömmlichem Weg und mancher Kredit­nehmer mag sich die Frage stellen, wie sicher ein solcher Kredit ist und welche Rechte er dabei hat?

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Rechtlicher Rahmen und Verbraucherschutz

Grund­sätzlich gelten für Online-Kredite die gleichen gesetzlichen Vorschriften wie auch für Kredite auf anderen Wegen. Da es in aller Regel um Kredite an Privat­personen geht, sind die Vorschriften für Verbraucher­darlehens­verträge relevant, wie sie im Bügerlichen Gesetzbuch (§§ 491 ff. BGB) geregelt sind. Darin sind eine Reihe an Informations­pflichten für Kreditgeber festgelegt, außerdem enthält das Gesetz weitere Verbraucher­schutz-Vorschriften. Das sind die wichtigsten:

  • Kredit­nehmer haben ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Diese zwei­wöchige Wider­rufs­frist, die im Online-Geschäft auch sonst vorgeschrieben ist, gilt bei Verbraucher­krediten generell - auch ohne Online-Abschluss. Verbraucher haben also zwei Wochen Zeit, sich die Kredit­aufnahme noch einmal zu überlegen;
  • vor Vertrags­abschluss muss der Kredit­nehmer über die wichtigsten Kredit­bedingungen aufgeklärt werden. Dazu gehört u.a. die Angabe des tatsächlichen Effektiv­zinses, des Darlehens­betrages und der Widerrufs­möglichkeit;
  • Verträge, die den Angabe­pflichten und Verbraucher­schutz­vorschriften nicht genügen, sind nichtig. Ist es zur Auszahlung des Kredit­betrages gekommen, können einige Formmängel allerdings nicht mehr geltend gemacht werden.
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Online-Vergleich - das konkrete Angebot zählt

Heute werden viele Online-Kredite über Vergleichs­portale ausgewählt. Vergleichs­rechner wie Lendico oder Smava bieten eine bequeme und einfache Möglichkeit, den günstigsten Kredit herauszufiltern. Allerdings müssen die gezeigten Konditionen nicht unbedingt den im konkreten Fall angebotenen entsprechen. Die Anbieter sind verpflichtet, in der Werbung - und um solche handelt es sich auch bei Vergleichs­portalen - den (Effektiv-)Zins anzugeben, der für zwei Drittel der Kunden relevant ist. Der tatsächliche Zinssatz hängt aber von der individuellen Bonität ab und kann davon abweichen. Erst das konkrete Online-Angebot zeigt, wie teuer die Finanzierung wirklich ist.

Vorsicht bei Krediten ohne Schufa

Auch bei Online-Krediten ist eine Schufa-Abfrage üblich. Bei Krediten ohne Schufa ist Vorsicht angebracht. Oft handelt es sich um unseriöse Angebote mit betrügerischer Absicht. Das gilt insbesondere dann, wenn Vorab­gebühren, unerwünschte kosten­pflichtige Zusatz­leistungen und Zahlungen vor der eigentlichen Kredit­auszahlung verlangt werden. Zum eigentlichen Kredit kommt es nie und die Möglichkeiten, verausgabtes Geld wieder zu erlangen, sind gering.

Datenschutz und Datensicherheit

Beim Thema Datenschutz und Daten­sicherheit gelten für die Online-Kredit­anbieter einerseits die Vorgaben des Bankgeheimnisses, anderer­seits die Vorschriften zum Online-Datenschutz, wie sie insbesondere im Telemediengesetz nieder­gelegt sind. Das entbindet Nutzer nicht davon, selbst auf Daten­sicherheit zu achten.

Anwalt für Bankrecht

Bei rechtlichen Fragen und Problemen im Kreditrecht, wenden Sie sich am besten an einen Rechtsanwalt für Bankrecht, den Sie z.B. im Deutschen Anwaltsregister (DAWR) finden.

Bearbeitungsstand: 28.07.2016

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