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Kirchenrecht | 24.01.2019

Bezahlung

Warum werden Bischöfe vom Staat bezahlt und nicht aus der Kirchensteuer?

Während die evangelische Kirche im Jahr 2017 Einnahmen in Höhe von etwa 5,67 Milliarden Euro aus der Kirchensteuer erzielte, übertraf die katholische Kirche dies noch mit einem Betrag von 6,43 Milliarden Euro. Trotz dieser immensen Summe werden die Bischöfe von den Bundesländern bezahlt. Sie geben dafür jährlich nach Schätzungen der Zeit etwa 485 Millionen Euro aus. Viele Deutsche stellen sich angesichts der knappen Kassen der öffentlichen Haushalte daher die Frage, warum werden Bischöfe vom Staat bezahlt und nicht aus der Kirchensteuer?

Angesichts der Kirchensteuereinnahmen der evangelischen und katholischen Kirche von insgesamt über 12 Milliarden Euro im Jahr 2017, stellen sich viele Deutsche die Frage, warum werden Bischöfe vom Staat bezahlt und nicht aus der Kirchensteuer?

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Warum werden Bischöfe vom Staat bezahlt und nicht aus der Kirchensteuer?

Die Zahlungspflicht des Staates geht auf die Enteignung der Kirchen im Jahr 1803 zurück. Die geistlichen Fürsten mussten im Zusammenhang mit der beginnenden Säkularisierung ihre Besitztümer an die weltlichen Fürsten abgegeben. Im Gegenzug verpflichtete sich der Staat zur Zahlung eines Ersatzes. Mit anderen Worten: Die Bezahlung der Bischöfe aus der Staatskasse dient als Entschädigung für die damalige Enteignung. Heutzutage beruht die Leistungspflicht auf einer Vielzahl von Verträgen zwischen den Bundesländern und der Kirche. Zudem ist sie vom Grundgesetz gedeckt.

Wie könnte der Staat seiner Zahlungspflicht entgehen?

Um der Zahlungspflicht zu entgehen, sieht das Grundgesetz nur eine Möglichkeit: Die Bundesländer müssten eine „Ablöse“ zahlen (Art. 138 der Weimarer Reichsverfassung in Verbindung mit Art. 140 Grundgesetz). Da die Höhe einer solchen Einmalleistung aber in die Milliarden gehen würde, haben die Bundesländer bisher davon Abstand genommen, sich aus der Zahlungspflicht herauszukaufen.

Lesen Sie auch: Was verdient ein Bischof?

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Bearbeitungsstand: 24.01.2019

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Kommentare (14)

 
 
Kraut schrieb am 24.01.2019

"Die geistlichen Fürsten mussten im Zusammenhang mit der beginnenden Säkularisierung ihre Besitztümer an die weltlichen Fürsten abgegeben."

Woher hatten/haben denn die Kirchen ihre Besitztümer - Enteignungen, Hexenverbrennungen etc.

Religion, egal welche, ist die Wurzel allen Übels!

HELMUT Gronau antwortete am 29.01.2019

helmi Kraut kann ich absolut zustimmen,wenn man was aus der Bibel vorgelesen bekommt,denke ich an Gebrüder Grimm,Märchen nichts als Märchen,aber die Masse der Menschen lassen sich für dumm verkaufen.Was bringen die Religionen für ein Unheil in der Welt

Bernard Shaw schrieb am 24.01.2019

Ich finde es ungeheuerlich, nur was kann man tun, was können wir als Bürger dagegen tun?

otto antwortete am 25.01.2019

Aus der Kirche austreten! Man kann auch an Gott glauben, ohne Pädophile dabei zu unterstützen.

Klötentröter schrieb am 24.01.2019

Also erst einmal ist die BRD absichtlich kein Rechtsnachfolger des Dritten Reiches, denn ansonsten kämen ein paar Euro Reparaturzahlungen auf uns zu. Das wollte man damals aus historischen Gründen nicht - siehe auch "Londoner Schuldenkonferenz" (1952).

Zweitens ist es schon interessant, was mit den Kirchen so abgeht. Allerdings ist dies einem mündigen Bürger schon sehr lange bekannt, denn die abnorme Belastung des Staates (über 200 Jahre hinweg jährlich X Millionen) ist immer wieder ein Thema (gewesen). Nur ändern wird sich nichts, denn der Glaube sitzt bei uns im Parlament (was heisst wohl das "C" in CDU/CSU?).

Und übrigens: die Ablösesumme betrüge exakt 1 Euro, denn wenn man einmal nachrechnet hat "der Staat" (also wir alle) die Enteignung bereits mehrfach(!) über(be-)zahlt....

Katze schrieb am 10.10.2016

Ich glaube ich spinne. Ich denke das deutsche Reich gibt es nicht mehr. Wenn die Gesetze des deutschen Reiches noch gelten. Was ist dann die BRD. Der Verwalter des deutschen Reichs.

FürstBerg antwortete am 04.12.2016

Die BRD sieht sich als umbenanntes Deutsches Reich. Selbst wenn sich die BRD lediglich als Rechtsnachfolger des Deutschen Reichs sehen würde, reicht das Außer-Kraft-Setzen und Ablösen der Verfassung und der Nebengesetze aus, um einen neuen Staat zu erzeugen. Daß alten Gesetze weiterhin Gültigkeit behalten, berührt das nicht. Wenn das BGB, das HGB, das SGB, usw. neu verabschiedet hätten werden müssen, wäre das Grundgesetz bis heute nicht in Kraft getreten.

Am Sinn der Übernahme der Finanzierung der Kirchen und Bischöfe zweifle ich aber auch. Wird Zeit, Art. 140 GG endlich auszuführen. Gerade jetzt ist die Zeit dafür günstig.

Peter Kroll schrieb am 14.07.2016

Ständige Erhöhungen der Einkünfte unserer Abgeordneten - der dumme deutsche Michel hat es nicht besser verdient, derart beschissen zu werden. Ein Bauernsprichwort besagt: Das Schwein, was an der Krippe stzt - frisst.

Stefan Dewald schrieb am 04.05.2016

Die Antwort ist falsch! Die Bischöfe waren damals alle Adlige und die Fürsten wollten die Priester aus ihrem Stand nicht zur Versorgung durch Werktätigkeit aus den Pfründen nötigen. Daher zahlten die Landesfürsten ihnen ein standesgemäßes Salär auf Lebenszeit. Warum das nach dem Ableben des jeweiligen Bischofs weitergezahlt wurde ist schleierhaft. Und spätestens mit der Abschaffung des Adels hätte damit endgültig Schluss sein müssen.

Lorenz schrieb am 10.06.2015

Das Grundgesetz sollte schleunigst gändert werden. Die astronomische Summe, die bisher seit1803 gezahlt wurde reicht .

FürstBerg antwortete am 04.12.2016

Eine Änderung ist weder notwendig noch sinnvoll!

Ich glaube, es war sogar ein gläubiger SPD-Abgeordneter, der gemeint hat, man könnte das GG ändern, daß die Ablösung nicht mehr verhandelt werden muß.

Art. 140 GG schreibt die Ablösung ausdrücklich vor, die fraglichen Landesparlamente verstoßen hier seit 1949 kontinuierlich gegen die Verfassung.

Herrmann Mann antwortete am 24.01.2019

Das GG ist gerade KEINE Verfassung. Allein schon, weil es sonst "Verfassung" heißen würde - und nicht Grundgesetz. Es würde auch keinen Artikel enthalten, der darauf hinweist, dass es außer Kraft tritt, sobald das Volk sich selbst eine Verfassung gibt.

Das Einfachste wäre also, tatsächlich eine Verfassung zu ratifizieren und den Kirchen dabei den Finger zu zeigen. Zumal diese kaum daran interessiert sein dürften, dass die deutschen Völker sich vereinigen und sich eine Verfassung geben.

Ganz so einfach ist es jedoch wohl nicht, da die meisten Leute meinen - wir hätten eine Verfassung, und weil die herrschende Klasse ebenso wenig daran interessiert sein dürfte die Macht zu verlieren, dadurch, dass sich das Volk eine eigene Verfassung gibt.

Pater A. Isidor schrieb am 26.11.2014

Wahrlich wahrlich ich sage Euch: Nichts wäre einfacher als die Zwangskirchensteuern in Höhe von fast 12 Milliarden Euronen Jahr für Jahr über Nacht ersatzlos abzuschaffen? So wahr mir G*tt helfe

Lorenz schrieb am 09.12.2013

Seit 1803 werden also Unsummen an die Kirchen gezahlt. Das dürfte wohl nun reichen! Ein einfacher Ausweg wäre wohl, das Grundgesetz in dieser Sache endlich zu ändern. Mit dieser Regierung wohl nicht machbar. In der BRD gibt es keine Trennung zwischen Staat und Kirche. ( z. B. Eigenes Kirchenrecht, Kirchensteuern werden vom Staat eingetrieben.) Ateisten, Buddhisten,Juden etc, zahlen zwangsweise als Bürger der BRD jährlich Unsummen an die zwei Kirchen.Ist das noch zeitgemäß ? Besonders die kath. Kirche schwimmt in Geld, der Protz nimmt kein Ende - wir bezahlen fleißig weiter!

 
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