Strafverfahren04.11.2014

Angeschuldigter und Beschuldigter: Gibt es einen Unterschied zwischen einem Angeschuldigten und einem Beschuldigten?

Der Begriff des Angeschuldigten und des Beschuldigten taucht im Strafprozessrecht auf. Aber welche Unterschiede gibt es zwischen diesen Begrifflichkeiten?

Gibt es einen Unterschied zwischen einem Angeschuldigten und einem Beschuldigten?

Der Begriff des Angeschuldigten und des Beschuldigten bezeichnet den Verdächtigen einer Straftat in unterschiedlichen Verfahrensstadien des Strafverfahrens. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass der Begriff des Beschuldigten verschieden verwendet wird.

Beschuldiger im engeren Sinne

Als Beschuldigter im engeren Sinn wird derjenige bezeichnet, gegen den die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts einer strafbaren Handlung durchführt. Sobald die Staatsanwaltschaft das Verfahren abgeschlossen hat und Anklage gegen den Beschuldigten erhoben hat, wird der Fall an das zuständige Gericht abgegeben. Dieses prüft im sogenannten Zwischenverfahren, ob die Anklage bestand hat. Innerhalb dieses Verfahrens wird der Beschuldigte zum Angeschuldigten (§ 157 StPO). Wird die Anklage zugelassen, kommt es zum Hauptverfahren und der Angeschuldigte wird zum Angeklagten.

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Beschuldigter im weiteren Sinne

Daneben wird der Begriff des Beschuldigten auch im weiteren Sinn verwendet. So wird jede Person, die einer Straftat verdächtigt ist und noch nicht verurteilt oder freigesprochen ist, ebenfalls als Beschuldigter bezeichnet. In dieser Konstellation dient der Begriff des Beschuldigten als Oberbegriff für den Beschuldigten im engeren Sinn, dem Angeschuldigten und dem Angeklagten. Dies dient als Abgrenzung zum Zeugen. Die Abgrenzung ist im Hinblick auf die besonderen Rechte eines Beschuldigten wichtig.

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