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Mietrecht | 15.01.2018

Domesti­zierung des Mannes

Urinieren im Stehen: Dürfen Mieter im Stehen pinkeln?

Es ist nicht unüblich, dass Männer im Stehen urinieren. Doch dürfen sie das auch, wenn sie Mieter einer Wohnung sind? Denn immerhin könnten sie andere Mieter durch die Urin­strahl­geräusche stören. Zudem kann ein Vermieter etwas dagegen haben, dass Urin­spritzer auf den Fußboden gelangen.

Dürfen Mieter im Stehen pinkeln?

Ein Mieter wird im Regelfall im Stehen pinkeln dürfen. Nur in Ausnahme­fällen wird der Vermieter dies untersagen können. So zum Beispiel dann, wenn durch Urin­spritzer ein wertvoller Marmor­fußb­oden beschädigt werden kann (vgl. Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 20.01.2015, Az. 42 C 10583/14). In dem Fall verlangte ein Vermieter von seinem ehemaligen Mieter Schaden­ersatz, da es durch Urin­spritzer zu Ver­ätzungen und somit Beschädigungen am Marmor­fußb­oden des Badezimmers kam. Der Vermieter unterlag aber. Denn nach Ansicht des Amts­gerichts habe der Mieter mit den Ver­ätzungen nicht rechnen müssen. Der Vermieter hätte den Mieter auf die besondere Empfind­lichkeit hinweisen müssen.

Mietminderung wegen Pinkelgeräuschen eines Stehpinklers?

Nach Ansicht einer Kammer des Land­gerichts Berlin ist ein Mieter aber berechtigt seine Miete um 10 % zu mindern, wenn er durch Urin­strahl­geräusche eines Steh­pinklers gestört wird. Das Gericht wertete die Geräusche als unangenehm und sehr penetrant (Landgericht Berlin, Urteil vom 20.04.2009, Az. 67 S 335/08). Eine andere Kammer des Land­gerichts Berlin verneinte jedoch ein Recht zur Miet­minderung. Vereinzelt auftretende Ge­räusch­belästi­gungen durch Stehpinkler müssten hingenommen werden (Landgericht Berlin, Urteil vom 12.04.2013, Az. 65 S 159/12). Auch das Amtsgericht Wuppertal hielt in einer Entscheidung eine Miet­minderung wegen Urin­strahl­geräusche für unzulässig. Seiner Auffassung nach sei eine Toiletten­benutzung zwangsweise mit Geräuschen verbunden. Es würde einen Eingriff in die Intimsphäre eines Mieters darstellen, würde man ihm vorschreiben wollen, wie er zu pinkeln habe (Amtsgericht Wuppertal, Urteil vom 14.01.1997, Az. 34 C 262/96).

Quelle: refrago/rb

Bearbeitungsstand: 15.01.2018

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Kommentare (4)

 
 
Günter Fischer schrieb am 22.01.2018

Derartige Urteile halte ich für absolut unsinnig und geldverschwendung, dass sich Gerichte damit beschäftigen, von dem Marmorfall mal abgesehen.

Wenn jemand Pinkelgeräusche hört, ist das ein Zeichen, dass die Schalldämmung - speziell die Körperschalldämmung - zwischen den Wohnungen nicht fachkundig eingebaut wurde.

Dann hört man auch jedes Löffelklappern am Teller und das Husten der Fliegen an der Wand.

Ich erwarte von Gerichten schon bei der Annahme von Klagen eine gewisse Lebenserfahrung, die sie solchen Angelegenheiten vorgeschaltet werden.

Edlub schrieb am 16.01.2018

Gerade vor einer halben Stunde, es ist jetzt 3:16 Uhr, weckte mich wieder mein Nachbar in einem solide gebauten Mehrfamilienhaus durch sein lautes penetrantes Pinkeln wie ein Elefant. Er ist ein alter Säufer, leider aber auch Eigentümer in einer WEG. Gemäß anwaltlicher Beratung erscheint eine Klage aussichtlslos.

Thomäs the Don antwortete am 16.01.2018

Na hoffentlich. Wäre ja der Oberhammer wenn man wegen ein paar überempfindlichen feminisierten Hypochondern nicht mehr wie ein Mann pinkeln kann. Solche Leute sollten die Finger von den AntiBabypille ihrer Frauen lassen. Schon wie menschenverachtend dieser Kasper von seinem Nachbarn sprichg

Meine Meinung

fra di angelo schrieb am 15.01.2018

nun ist es immerhin schon angenehm zu wissen das das freihändig in der eigenen nase popeln beiderleie oder dreierlei geschlechts in der eigenen mietwohnung noch zulässig ist...in nachbars wohnung könnte diess etwas anderes sein.

wer aber von dem stehurinieren seiner nachbarn wach wird...

und nicht gerade auf dessen toilette eingeschlafen ist,dem ist eine mietminderung wegen unzulässiger schalldichtung den anderen wohnungen gegenüber eben aus dieser lärmbelästigung die in der tat unzumutbar ist zu zugestehen.

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