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Mietrecht | 03.02.2015

Domestizierung des Mannes

Urinieren im Stehen: Dürfen Mieter im Stehen pinkeln?

Es ist nicht unüblich, dass Männer im Stehen urinieren. Doch dürfen sie das auch, wenn sie Mieter einer Wohnung sind? Denn immerhin könnten sie andere Mieter durch die Urinstrahlgeräusche stören. Zudem kann ein Vermieter etwas dagegen haben, dass Urinspritzer auf den Fußboden gelangen.

Dürfen Mieter im Stehen pinkeln?

Ein Mieter wird im Regelfall im Stehen pinkeln dürfen. Nur in Ausnahmefällen wird der Vermieter dies untersagen können. So zum Beispiel dann, wenn durch Urinspritzer ein wertvoller Marmorfußboden beschädigt werden kann (vgl. Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 20.01.2015, Az. 42 C 10583/14). In dem Fall verlangte ein Vermieter von seinem ehemaligen Mieter Schadenersatz, da es durch Urinspritzer zu Verätzungen und somit Beschädigungen am Marmorfußboden des Badezimmers kam. Der Vermieter unterlag aber. Denn nach Ansicht des Amtsgerichts habe der Mieter mit den Verätzungen nicht rechnen müssen. Der Vermieter hätte den Mieter auf die besondere Empfindlichkeit hinweisen müssen.

Mietminderung wegen Pinkelgeräuschen eines Stehpinklers?

Nach Ansicht einer Kammer des Landgerichts Berlin ist ein Mieter aber berechtigt seine Miete um 10 % zu mindern, wenn er durch Urinstrahlgeräusche eines Stehpinklers gestört wird. Das Gericht wertete die Geräusche als unangenehm und sehr penetrant (Landgericht Berlin, Urteil vom 20.04.2009, Az. 67 S 335/08). Eine andere Kammer des Landgerichts Berlin verneinte jedoch ein Recht zur Mietminderung. Vereinzelt auftretende Geräuschbelästigungen durch Stehpinkler müssten hingenommen werden (Landgericht Berlin, Urteil vom 12.04.2013, Az. 65 S 159/12). Auch das Amtsgericht Wuppertal hielt in einer Entscheidung eine Mietminderung wegen Urinstrahlgeräusche für unzulässig. Seiner Auffassung nach sei eine Toilettenbenutzung zwangsweise mit Geräuschen verbunden. Es würde einen Eingriff in die Intimsphäre eines Mieters darstellen, würde man ihm vorschreiben wollen, wie er zu pinkeln habe (Amtsgericht Wuppertal, Urteil vom 14.01.1997, Az. 34 C 262/96).

Bearbeitungsstand: 03.02.2015

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