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Gewährleistungsrecht und Kaufrecht | 04.01.2017

Nadelbaum

Weihnachtsbaum mangelhaft: Kann man einen nadelnden Weihnachtsbaum umtauschen oder den Kaufpreis mindern? Gilt für Weihnachtsbäume das Gewährleistungsrecht?

Das Aufstellen und Schmücken eines Weihnachtsbaums gehört in Deutschland zu einer der wichtigsten Traditionen zur Weihnachtszeit. Aus diesem Grund ist er auch in vielen Haushalten zu finden. Ein festlich dekorierter Weihnachtsbaum macht das Weihnachtsfest zu etwas ganz Besonderem. Umso ärgerlicher ist es, wenn der Baum nadelt und seine schöne Pracht verliert. Kann man in einem solchen Fall den Weihnachtsbaum umtauschen oder zumindest den Kaufpreis mindern? Kurz gefragt, gilt das gesetzliche Gewährleistungsrecht?

Kann man einen nadelnden Weihnachtsbaum umtauschen oder den Kaufpreis mindern?

Die Gewährleistungsrechte des § 437 BGB kommen zur Anwendung, wenn der Weihnachtsbaum mangelhaft ist, er also schon beim Kauf mit einem Mangel behaftet war. Ist dies der Fall, kann der Käufer des Weihnachtsbaums zunächst Nacherfüllung verlangen. Er kann dabei wählen zwischen einer Nachbesserung oder Nachlieferung. Da eine Nachbesserung nicht in Betracht kommt, bleibt die Nachlieferung, sprich der Umtausch des Baums. Ist dieser nicht möglich, kann der Käufer zum Beispiel den Kaufpreis mindern. Er kann aber auch vom Kaufvertrag zurücktreten sowie zusätzlich Schaden- oder Aufwendungsersatz verlangen.

Wichtig ist nur, dass der Weihnachtsbaum auch tatsächlich einen Mangel aufweist. Dies ist etwa dann nicht der Fall, wenn der Baum deshalb nadelt, weil er seit über vier Wochen in der voll beheizten Wohnung steht. Dagegen wird man von einem Mangel ausgehen dürfen, wenn der Weihnachtsbaum bereits wenige Tage nach dem Kauf anfängt zu welken.

Wer hat den Mangel des Weihnachtsbaums zu beweisen?

Es ist zu beachten, dass der Käufer des Weihnachtsbaums nachweisen muss, dass ein Mangel vorliegt und dieser bereits zum Zeitpunkt des Kaufs vorlag. Das kann im Einzelfall äußerst schwierig sein. Zwar gilt für Verbraucher eine Beweislastumkehr, wonach in den ersten sechs Monaten nach dem Kauf der Verkäufer beweisen muss, dass die Kaufsache zum Zeitpunkt des Kaufs nicht mangelbehaftet war. Es greift insofern eine Vermutung zu Gunsten des Käufers (vgl. § 476 BGB). Dies gilt jedoch nicht beim Kauf eines Weihnachtsbaums. Zu beachten ist nämlich die Ausschlussregel im § 476 BGB. Danach greift die Beweislastumkehr zum Beispiel dann nicht, wenn die Vermutung mit der Art der Sache unvereinbar ist. Dies ist bei leicht verderblichen Waren, wozu ein Weihnachtsbaum zählt, der Fall.

Quelle: refrago/rb

Bearbeitungsstand: 04.01.2017

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