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Arbeitsrecht | 05.07.2018

Schwitzen am Arbeitsplatz

Sommerhitze: Wie warm darf es am Arbeitsplatz werden?

Wenn es im Büro zu heiß wird

Pünktlich zur sommerlichen Hitze haben dieses Jahr die Sommerferien angefangen. Für die Schüler ist es daher ein leichtes sich in einem Freibad oder einem See abzukühlen. Schwieriger wird dies für die arbeitende Bevölkerung. Manche Arbeitnehmer haben Glück und kommen in den Genuss einer Klimaanlage. Aber vielen anderen bleibt nichts anderes übrig, als in der Sommerhitze am Arbeitsplatz zu schwitzen. Wie warm darf es aber am Arbeitsplatz werden?

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Gibt es eine zu beachtende Höchsttemperatur in Arbeitsräumen?

Zum Schutz der Arbeitnehmer wurde unter anderem die Arbeitsstättenverordnung geschaffen. Sie enthält zwar Regelungen zur Sicherheit und dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten, aber keine Vorschriften zur Raumtemperatur. Die Verordnung wird jedoch durch die Arbeitsstätten-Richtlinien (ASR) konkretisiert. Und nach der Richtlinie 6/1,3 soll die Raumtemperatur in den Arbeitsräumen nicht 26 °C überschreiten. Ausgenommen sind nur sogenannte Hitzearbeitsplätze.

Bei dieser Richtlinie handelt es sich jedoch um eine Soll-Bestimmung. Daher sei sie nach Ansicht des Oberlandesgerichts Hamm nicht ausnahmslos auf jede Situation anwendbar (Oberlandesgericht Hamm, Urteil vom 18.10.1994, Az. 7 U 132/93). Vielmehr muss die DIN 1946 ergänzend herangezogen werden. Nach dieser Norm dürfe die Raumtemperatur im Sommer bei einer Außentemperatur von 32 °C nicht 26 °C überschreiten. Somit dürfe der Temperaturunterschied zwischen Außenluft und Raumluft maximal 6 °C betragen. Hintergrund dessen ist, dass ein „Kälteschock“ verhindert werden soll.

Diese Überlegungen überträgt das Oberlandesgericht auf die Soll-Bestimmung der ASR 6/1,3 mit dem Ergebnis, dass bei einer Außentemperatur von 32 ° C die Temperatur in den Arbeitsräumen nicht 26 °C überschreiten darf. Bei einer höheren Außentemperatur müsse nur gewährleistet werden, dass der Temperaturunterschied nicht mehr als 6 °C beträgt.

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Was kann der Arbeitnehmer bei Überschreitung der Temperatur unternehmen?

Wird es im Büro zu warm, führt dies nicht automatisch dazu, dass der Arbeitnehmer die Arbeit niederlegen oder längere Pausen machen darf. Vielmehr ist der Arbeitgeber daran gehalten durch geeignete Maßnahmen dafür zu sorgen, dass die Temperatur nicht zu sehr steigt. Dies kann beispielsweise durch die Installation einer Klimaanlage, das Anbringen von Jalousien oder Vorhängen sowie durch Ventilatoren geschehen. Nur in extremen Ausnahmefällen, etwa wenn der Arbeitgeber keine geeigneten Maßnahmen ergreift oder diese nicht wirken, kann eine Arbeitsniederlegung gerechtfertigt sein.

Siehe auch:

Quelle: refrago/rb

Bearbeitungsstand: 05.07.2018

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Kommentare (15)

 
 
Melanie Fomenko schrieb am 31.07.2018

Ich habe gerade 37 Grad bei uns gemessen. Ich arbeite in einer Bäckereifiliale wo auch noch vor Ort gebacken wird. Die Kühlungen pusten nur noch heiße Luft raus. Arbeitet alles auf Hochtouren. Ich freue mich schon auf etwas weniger Temperaturen.

Stephan schrieb am 23.07.2018

Ich als Paketzusteller der deutschen Post DHL, freue mich wahnsinnig auf Herbst und Winter. Entgegen der Meinung vieler Kunden haben wir keine Klimaanlage in unseren Autos. Lediglich die einfache Belüftung hilft in den ersten 2-3 Stunden nach Arbeitsbeginn das du nicht völlig im eigenen Saft zu Grunde gehst. Ab dann, und ab 25 Grad aussen Temperatur ist die Lüftung schon als Heizung einsetzbar. Fenster öffnen geht auch nicht, denn unsere Autos sind beim verlassen stets geschlossen zu halten. Und bei den weiter steigenden Sendungsmengen (also stop and go Verfahren) lohnt es kaum die Fenster während der Fahrt zu öffnen. Eine Kollegin hat in ihrem Zustellwagen schon über 50 Grad innen Temperatur gemessen. Wir werden zwar von unserer Depotleitung darauf hingewiesen viel Wasser zu trinken und bekommen dann auch eine Flasche mit auf den Weg - ganz genau!!! 1 Flasche aber auch die ist schnell leer oder nach ein paar Stunden so heiß das du mit dem Wasser kochen könntest.

Hakuna Matata antwortete am 06.08.2018

Das ist ja komplett unmenschlich, unter solchen Bedingungen arbeiten zu müssen!!! und das in Deutschland!

eono schrieb am 12.07.2018

Hitze ist etwas woran man sich man sich gewöhnt.

Was dem Körper zu schaffen macht, sind plötzliche Witterungs-

Umschwünge.

Die Diskrepanz zwischen normaler Raumtemperatur und einer

Klimaanlage kann gefühlt sehr kalt sein - insofern ist die Begrenzung auf 6 Grad Unterschied - scheint mir bis zu einem gewissen Grad sinnvoll zu sein. Kühler aber nicht kalt. Wahrscheinlich ist das aber

auch noch unterschiedlich. Zweifellos lässt sich in herunter gekühlten Räumlichkeiten je nach Außentemperatur besser

arbeiten.

Die zunehmende Erderwärmung beginnt allerdings einzutreten.

Verschiedene Länder der Welt fallen zunehmend auf.

Kanada z.Zt. Von Anderen ist es seit längerem bekannt.

eono schrieb am 12.07.2018

Googeln Sie mal: Temperaturen in Oman.

Man kann sich mit feuchten großen Tüchern/Laken helfen -

zur Kühlung oder die Sonneneinstrahlung abschirmen.

Vor - und nach der Arbeit schwimmen gehen.

Keine Angst: 3/4 lange Ärmel tragen sich merkwürdigerweise ganz gut bei Hitze - es fällt gar nicht weiter auf. im Umgang mit Kunden /Publikumsverkehr (Besuch von Kirchen in fernen Ländern) gelten

eben bestimmte Regeln. Es hängt natürlich vom Stoff ab.

Trinken nicht vergessen. bzw.viel erfrischendes Obst - Melonen z.B.

Ananas, Kirschen ...

Hakuna Matata antwortete am 06.08.2018

Ja klar, weil ich ja noch furchtbar viel zeit habe, vor der Arbeit um 7 Uhr und nach der Arbeit um 19 Uhr noch schwimmen zu können.

Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass es angenehm bleibt.

Sitze hier auch bei 31 Grad im Büro mit Ventilator.

Alex schrieb am 05.07.2018

Bei TEDi in Wesseling liegt die Innentemperatur bei mind. 30 Grad. Unfaßbar :(((

Hakuna Matata antwortete am 06.08.2018

30 grad bei TEDI, egal wo, diese Läden würde ich alle meiden.

Uli schrieb am 16.09.2016

ein schöner Artikel, lieder ist das alles nur für oben die zitierten Büros gültig. Eine Anwendung auf Produktionshallen, auch wenn diese nicht explizit als Hitzearbeitsplätze gelten ist nicht vorgesehen. Selbst im "tiefsten Winter" ist es in der Produktion meines Arbeitgebers "mollig warm". Gemessene 50 Grad C sind keine Seltenheit. Werker sind also im Gesetz und der DIN wohl nicht vorgesehen. Zumindest nicht als Beispiele für eine praktikabele Anwendungslösung.

Diesen Sommer sind stellenweise knapp 70 Grad C erreicht worden. Ich lade also den Gesetzgeber gerne ein, einmal sich ein Bild vor Ort zu machen. Als Aufenthaltsdauer am 4.7.2017 schlage ich die Spätschicht von 14:30 - 23:00 Uhr vor. Rettungsdienst ist nicht weit entfernt (:-))

Hans-Jörg Guhla schrieb am 02.07.2015

Wie ist es an Schulen? Gelten dort die gleichen Werte?

Ada Marhanek schrieb am 20.07.2014

Wir haben keine Klimaanlage, Konditorei wird umgebaut , daher können wir nicht wirklich lüften, weil nur die Vordere Seite von Gastraum offen ist, die Luft "steht" und wir haben Gestern 39°C gehabt. Unser Arbeitsbekleidung ist sehr warm, Polo Shirt, lange Schürze ( auch am Oberkörper ) , Gürtel mit Kellnerbrieftasche.... Wir haben vorige Woche Blusen mit dreiviertel Ärmel bekommen . Und Gestern ein Filialbrief , dass wir diese Blusen ausnahmlos anziehen müssen. Meine Frage ist : kann mich mein Arbeitsgeber dazu zwingen, die warme Bluse anzuziehen beim 39°C Raumtemperaturen ? ich habe noch zwei "alte" Polo Shirt ( Arbeitsbekleidung )

Katharina Hottenbach schrieb am 10.06.2014

Auf gastronomische Betriebe bezieht sich das aber nicht. Da ist eher das Problem, dass die Innentemperatur mind. 6° C über der Außentemperatur liegt.

Laura P. schrieb am 12.09.2013

bei uns ist eher das problem, dass es in den raeumen zu kalt ist... unserem chef (sehr stark uebergewichtig) geht naemlich schon bei ueber 20 grad die puste aus... ist das rechtens, dass deshalb das ganze buero im sommer frieren muss? vertraegt sich das mit dem umweltrecht?

huhu antwortete am 11.07.2015

Also 20 C° sind doch toll um zu arbeiten, daswürde mich sogar freuen...

solang es nicht 15 sind!

Jürgen Schneider schrieb am 25.06.2013

gemeint ist wohl eher, dass bei höher Außentemperatur als 32 Grad der Temperaturunterschied nicht weniger als 6 Grad betragen darf, oder?

 
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