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Arbeitsrecht | 26.04.2015

Betriebliches E-Mail-Konto

Darf der Arbeitgeber in die E-Mail-Konten der Angestellten schauen und die E-Mails lesen?

Einige Arbeitgeber stellen ihren Angestellten einen betrieblichen E-Mail-Account zur Verfügung. Darf in einem solchen Fall der Arbeitgeber in das E-Mail-Konto schauen und dort gespeicherte E-Mails lesen? Die Frage ist insofern von Bedeutung, da so mancher Arbeitnehmer seinen betrieblichen E-Mail-Account auch privat nutzt. Somit besteht die Gefahr, dass der Arbeitgeber persönliche E-Mails seiner Angestellten liest.

Darf der Arbeitgeber in die E-Mail-Konten der Angestellten schauen und die E-Mails lesen?

Grundsätzlich darf der Arbeitgeber in das betriebliche E-Mail-Konto seiner Angestellten schauen. Greift er dabei lediglich auf betriebliche E-Mails zu, so ist dies nicht zu beanstanden. Denn dadurch wird das Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers nicht verletzt. Anders kann es aber durchaus aussehen, wenn auch private E-Mails gelesen werden. Dies stellt durchaus eine Persönlichkeitsverletzung dar. Unter bestimmten, vom Einzelfall abhängigen Umständen, kann dies aber gerechtfertigt sein. So etwa, wenn der Zugriff auf das E-Mail-Konto zur Abwendung eines erheblichen finanziellen Schadens für das Unternehmen notwendig ist (Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 16.02.2011, Az. 4 Sa 2132/10). In diesem Zusammenhang ist auch zu beachten, dass die Arbeitnehmer durch die private Nutzung des Accounts eine wesentliche Ursache für die spätere Persönlichkeitsverletzung setzen.

Zudem gelten in einem solchen Fall nicht die besonderen Vorschriften zum Schutz des Fernmeldegeheimnisses nach § 88 Abs. 2 und 3 des Telekommunikationsgesetzes. Denn ein Arbeitgeber, der seinen Angestellten ein E-Mail-Account zur Verfügung stellt, ist kein Telekommunikationsanbieter im Sinne dieser Vorschrift (Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 16.02.2011, Az. 4 Sa 2132/10).

Bearbeitungsstand: 26.04.2015

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