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Schadensersatzrecht | 23.08.2017

Nass

Autofahrer fährt durch Regen­pfütze: Muss ein Autofahrer einem nass gespritzten Fußgänger die Reinigung der Kleidung bezahlen?

Wenn ein Auto durch eine Pfütze fährt, entsteht in der Regel eine Wasser­fontäne, die eventuell vorbei­laufende Fußgänger von oben bis unten nass spritzen kann. Dass die Fußgänger davon regelmäßig nicht begeistert sind, dürfte auf der Hand liegen. Aber können sie auch vom Autofahrer Ersatz der Reinigungs­kosten für die nass gespritzte Kleidung verlangen? Kann man dem Autofahrer vorwerfen, dass er nicht mit Schritt­tempo durch die Pfütze gefahren ist, um somit eine Wasser­fontäne zu verhindern?

RegenpfützeQuelle: DAWR - Deutsches Anwaltsregister

Muss ein Autofahrer einem nass gespritzten Fußgänger die Reinigung der Kleidung bezahlen?

Das Land­gericht Itzehoe entschied in einem Fall aus dem Jahr 2011, dass Fußgänger grund­sätzlich keinen Ersatz der Reinigungs­kosten für ihre nass gespritzte Kleidung verlangen können. Denn ein Autofahrer sei nicht verpflichtet Pfützen stets in Schritt­tempo zu durchfahren. Begründet wurde diese Entscheidung damit, dass andernfalls eine erhöhte Unfall­gefahr bestehe, die durch das Abbremsen oder Langsam­fahren für den nachfolgenden Verkehr entstehen würde. Selbst wenn kein nach­folgender Verkehr vorhanden ist, verneinte das Gericht die Pflicht zum langsamen Durchfahren einer Pfütze. Bei Regen müssen sonst gegebenenfalls ganze Ortschaften oder Städte in Schritt­geschwindig­keit durchfahren werden, um eine Beeinträchtigung des Fußgänger­verkehrs auszuschließen, was den Straßen­verkehr unzumutbar beeinträchtigen würde (Landgericht Itzehoe, Beschluss vom 24.02.2011, Az. 1 S 186/10).

Etwas anders sah dies noch das Amtsgericht Frankfurt a.M. im Jahr 1994. Seiner Auffassung nach stehe einem Fußgänger ein Anspruch auf Schadens­ersatz wegen der ver­unreinigten Kleidung zu, wenn er aufgrund des Verkerhs mit Schnee­matsch bespritzt wird. Jedoch könne dem Fußgänger ein Mit­verschulden anzulasten sein, wenn er mit dem Wegspritzen von Schnee­matsch aufgrund des Verkehrs rechnen müsse (Amtsgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 07.10.1994, Az. 32 C 2225/94 - 19).

Quelle: refrago/rb

Bearbeitungsstand: 23.08.2017

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Kommentare (7)

 
 
Peter Kroll schrieb am 22.12.2015

Wie lange muß man studiert haben, um so einen Unsinn zu verzapfen ?

Uli antwortete am 28.12.2015

mindestens 8 Jahre und das dann bei gleichzeitig mindestens 1,25 Promille. Darunter kann vielleicht noch der gesunde Menschenverstand zur Urteilsfindung herangezogen werden.

SpieltkeineRolle schrieb am 21.06.2015

In der Fahrschulen haben wir das gegenteilig gelernt....ich kann nicht glauben,daß diesem Unsinn statt gegeben wird...on vielen Städten gibt's schon in den inneren Bezirken Einbahnstraßen -und 30 bzw 50 kmh gebot.....warum wohk?!

Dieter Kirchner antwortete am 21.08.2017

§ 1 STVO ...ständige Vorsicht, gegenseitige Rücksicht.

Ollizist schrieb am 11.12.2014

Seltsam, wenn man bedenkt, dass dem Autofahrer dafür verkehrsrechtlich ein Verwarnungsgeld droht...

Jörg Tietz schrieb am 26.11.2014

Auch im Straßenverkehr gilt das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme! Warum sollen immer die schwächsten Verkehrsteilnehmer büßen?

Antileecher schrieb am 16.11.2014

Dann sollte man die Städte in die Verantwortung nehmen wei sie erst die Voraussetzung geschaffen haben durch nicht instandhaltung.

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