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Arbeitsrecht | 09.08.2017

Schriftform

Muss ein Arbeits­vertrag schriftlich abgeschlossen werden?

Fachbeitrag von Rechtsanwalt Robert Binder

Wer einen Job annimmt, schließt in der Regel mit seinem Arbeitgeber einen Arbeits­vertrag. Aber muss dieser auch schriftlich geschlossen werden?

Muss ein Arbeitsvertrag schriftlich abgeschlossen werden?

Ein Arbeits­vertrag muss nicht zwingend schriftlich abgeschlossen werden. Daher kann ein Arbeits­verhältnis aufgrund einer mündlichen Vereinbarung oder auch durch schlüss­iges, kon­kludentes Verhalten aufgenommen werden. Es gibt jedoch folgende Besonderheiten zu beachten:

  • befristetes Arbeitsverhältnis
    Soll das Arbeits­verhältnis befristet sein, so muss dies gemäß § 14 Abs. 4 des Teilzeit- und Be­fristungs­gesetzes zwingend schriftlich festgehalten werden. Andernfalls ist zwar der Arbeits­vertrag nicht unwirksam, er gilt aber auf unbestimmte Zeit und somit unbefristet.

  • Nachweis über wesentliche Vertragsbedingungen
    Der Arbeitgeber ist zudem nach § 2 Abs. 1 des Nachweis­gesetzes (NachwG) verpflichtet, spätestens einen Monat nach dem vereinbarten Arbeits­beginn einen schriftlichen Nachweis über die wesentlichen Vertrags­bedingungen zu erbringen und diesen Nachweis den Arbeit­nehmer auszuhändigen. Dies ändert jedoch nichts daran, dass ein Arbeits­vertrag sowohl schriftlich als auch mündlich geschlossen werden kann. Die Pflicht zur Erbringung eines Nachweises gilt jedoch nicht für Arbeit­nehmer, die nur zur vorüberg­ehenden Aushilfe von höchstens einem Monat eingestellt werden (§ 1 NachwG)

Welche Vorteile hat ein schriftlicher Arbeitsvertrag?

Der Abschluss einer schriftlichen Arbeits­vertrags ist in der Regel gegenüber einer mündlichen Vereinbarung vorzuziehen. Denn kommt es später zu Streitereien zwischen Arbeit­nehmer und Arbeitgeber kann ein schriftlicher Arbeits­vertrag zu Beweis­zwecken dienen.

Quelle: rb

Ein Fachbeitrag von Rechtsanwalt Robert Binder - www.si-recht.de [Anbieter­kenn­zeichnung]

Bearbeitungsstand: 09.08.2017

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Kommentare (1)

 
 
CusTOM schrieb am 05.01.2016

Eine Begründung - § 125 BGB Umkehrschluss - wäre hilfreich gewesen, die These, es bedürfe keiner Schriftform, für den Nichtjuristen plausibel zu machen:

§ 125 bestimmt im Wesentlichen, dass ein Rechtsgeschäft, hier der Arbeitsvertrag, nichtig, also von Anfang an ungültig, somit unwirksam, ist, wenn es der gesetzlich vorgeschriebenen Form ermangelt.

Weil § 611 BGB nicht bestimmt, welcher Form es bedarf, kann ein Mangel an der selben nicht eintreten, somit keine Nichtigkeit.

Eine gesetzliche Formvorschrift gilt hingegen für die Kündigung, § 623 BGB.

Weil dort ausdrücklich "Schriftform" (§ 126 BGB) verlangt wird, mangelt es an der Form, wenn die Kündigung (der Rausschmiss) verbal erfolgt: "Sie sind gefeuert!" oder "Ich kündige! Machen Sie Ihren Sch,,, doch alleine!"

Die u. U. im Affekt geäußerte Kündigung erweist sich mglw. als übereilt, wenn der Kündigende sie schriftlich formulieren muss. Vielleicht haben sich bis dahin die Wogen geglättet, und er nimmt schließlich davon Abstand.

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