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Arbeitsrecht | 04.01.2016

Schriftform

Muss ein Arbeitsvertrag schriftlich abgeschlossen werden?

Wer einen Job annimmt, schließt in der Regel mit seinem Arbeitgeber einen Arbeitsvertrag. Aber muss dieser auch schriftlich geschlossen werden?

Wer einen Job annimmt, schließt in der Regel mit seinem Arbeitgeber einen Arbeitsvertrag. Aber muss dieser auch schriftlich geschlossen werden?

Muss ein Arbeitsvertrag schriftlich abgeschlossen werden?

Ein Arbeitsvertrag muss nicht zwingend schriftlich abgeschlossen werden. Daher kann ein Arbeitsverhältnis aufgrund einer mündlichen Vereinbarung aufgenommen werden. Es gibt jedoch folgende Besonderheiten zu beachten:

  • befristetes Arbeitsverhältnis
    Soll das Arbeitsverhältnis befristet sein, so muss dies gemäß § 14 Abs. 4 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes zwingend schriftlich festgehalten werden. Andernfalls ist zwar der Arbeitsvertrag nicht unwirksam, er gilt aber auf unbestimmte Zeit und somit unbefristet.

  • Nachweis über wesentliche Vertragsbedingungen
    Der Arbeitgeber ist zudem nach § 2 Abs. 1 des Nachweisgesetzes verpflichtet, spätestens einen Monat nach dem vereinbarten Arbeitsbeginn einen schriftlichen Nachweis über die wesentlichen Vertragsbedingungen zu erbringen. Dies ändert jedoch nichts daran, dass ein Arbeitsvertrag sowohl schriftlich als auch mündlich geschlossen werden kann.

Welche Vorteile hat ein schriftlicher Arbeitsvertrag?

Der Abschluss einer schriftlichen Arbeitsvertrags ist in der Regel gegenüber einer mündlichen Vereinbarung vorzuziehen. Denn kommt es später zu Streitereien zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber kann ein schriftlicher Arbeitsvertrag zu Beweiszwecken dienen.

Bearbeitungsstand: 04.01.2016

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Kommentare (1)

 
 
CusTOM schrieb am 05.01.2016

Eine Begründung - § 125 BGB Umkehrschluss - wäre hilfreich gewesen, die These, es bedürfe keiner Schriftform, für den Nichtjuristen plausibel zu machen:

§ 125 bestimmt im Wesentlichen, dass ein Rechtsgeschäft, hier der Arbeitsvertrag, nichtig, also von Anfang an ungültig, somit unwirksam, ist, wenn es der gesetzlich vorgeschriebenen Form ermangelt.

Weil § 611 BGB nicht bestimmt, welcher Form es bedarf, kann ein Mangel an der selben nicht eintreten, somit keine Nichtigkeit.

Eine gesetzliche Formvorschrift gilt hingegen für die Kündigung, § 623 BGB.

Weil dort ausdrücklich "Schriftform" (§ 126 BGB) verlangt wird, mangelt es an der Form, wenn die Kündigung (der Rausschmiss) verbal erfolgt: "Sie sind gefeuert!" oder "Ich kündige! Machen Sie Ihren Sch,,, doch alleine!"

Die u. U. im Affekt geäußerte Kündigung erweist sich mglw. als übereilt, wenn der Kündigende sie schriftlich formulieren muss. Vielleicht haben sich bis dahin die Wogen geglättet, und er nimmt schließlich davon Abstand.

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