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Strafrecht | 13.09.2016

Lebensgefahr

Hund im heißen Auto: Ist das Zurücklassen eines Hundes im Auto bei sommerlicher Hitze verboten oder gar strafbar?

Man kann immer wieder beobachten, dass Hundebesitzer, während sie einkaufen gehen oder im Büro sind, ihre Tiere im Auto lassen. Das kann für die betroffenen Hunde nicht nur langweilig sein, sondern auch lebensgefährlich. Herrschen nämlich draußen sommerliche Temperaturen, kann sich das Auto erheblich aufheizen. Abhängig vom jeweiligen Parkort können Fahrzeugtemperaturen von bis zu 70°C entstehen. Dass das Zurücklassen des Hundes im Auto bei sommerlicher Hitze eine Tierquälerei darstellt, dürfte daher jedem klar sein. Ist es aber auch strafbar?

Hund im Kofferraum eines AutosQuelle: DAWR - Deutsches Anwaltsregister

Ist das Zurücklassen eines Hundes im Auto bei sommerlicher Hitze strafbar?

Nach § 17 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) macht sich derjenige strafbar, der ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder aber auch derjenige, der einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt. Eine Strafbarkeit wegen des Zurücklassens eines Hundes im Auto kommt daher dann in Betracht, wenn aufgrund der Hitze das Tier stirbt oder erhebliche Schmerzen erleidet und dem Täter es darauf ankam. In einem solchen Fall droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. Daneben kann ein Verbot der Hundehaltung ausgesprochen werden. Dies kann zeitlich begrenzt oder aber auch für immer gelten (§ 20 TierSchG).

In den meisten Fällen wird der Hundebesitzer aber nicht aus Boshaftigkeit den Hund zurückgelassen haben, sondern eher aus Gedankenlosigkeit. Zudem können die Tiere oft gerettet werden. In einem solchen Fall droht eine Geldbuße von bis zu 25.000 Euro. Denn der Hundebesitzer begeht eine Ordnungswidrigkeit nach § 17 Nr. 1 TierSchG, wenn er vorsätzlich oder fahrlässig seinem Hund ohne vernünftigen Grund erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt (vgl. Bayerisches Oberstes Landesgericht, Beschluss vom 12.12.1995, Az. 3 ObOWi 118/95).

Darüber hinaus kann ein im Auto eingeschlossener Hund eine Rettungsaktion der Polizei oder Feuerwehr verursachen. Die dadurch entstandenen Kosten können dem Hundebesitzer auferlegt werden (vgl. Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 25.08.2005, Az. 12 A 10619/05.OVG).

Bearbeitungsstand: 13.09.2016

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Kommentare (4)

 
 
Fanny schrieb am 16.09.2016

Ich habe in diesem Sommer die Polizei gerufen, weil auf einem Parkplatz vor einem Einkaufszentrum 2 Hunde in einem Auto eingesperrt waren, draußen waren 30 °C, im Auto sicher 45 °C oder mehr. Nachdem ich die Polizei gerufen hatte, die dann angeblich den Besitzer des PKW ausfindig gemacht und informiert hatte, tat sich 15 Minuten lang nichts. ich rief nochmal bei der Polizei an und wurde von der Beamtin derart frech vollgepöbelt, was ich denn noch wollte, es wäre alles getan, ich sollte ihr nicht ihre wertvolle Zeit stehlen. Es war nachmittags 15.30 Uhr, wohl gerade Kaffeepause. Ich sagte, ich würde dann eben die Scheibe einschlagen, darauf bekam ich zur Antwort, dann bekomme ich eine Anzeige wegen Sachbeschädigung.

Chris schrieb am 09.08.2015

Hier darf man bitte nicht den Fehler machen das Tier (Sache) und das Baby als Person gleichzusetzen. §35 ist hier auch nicht anzuwenden! Wenn dann vllt §34 wenn man wirklich davon ausgeht das, wie §90a besagt, Tiere keine Sache sind und hier als “Lebewesen“ angesehen wird.

Kai schrieb am 02.07.2015

was passiert wenn ich die Autoscheibe einschlage und das Tier rette?

wudowika antwortete am 03.07.2015

Laut der Tierschutzorganisation "tasso" ist es nicht szrafbar. Man sollte einen zeugen neben sich haben, und eine seitenscheibe einschlagen, wenn keine hilfe etsichtlich ost..wie polizei usw ....keine front, oder heckscheibe, um den sachschaden zu minimieren. Es stellt einen entschuldigten notstand dar, besonders noch, wenn ein kind im auto halb verdurstet!!!

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