Werbung
Werbung

Ist Ihr Problem komplizierter als unsere Frage?

Holen Sie sich Hilfe!

Bei speziellen, individuellen Rechts­fragen sollten Sie immer den Rat einer Rechts­anwältin oder eines Rechts­anwalts einholen.

Rechtsanwälte aus ganz Deutschland finden Sie im Deutschen Anwaltsregister.

Unterhaltsrecht | 03.01.2017

Kindes­unterhalt

Kindes­unterhalt: Wie lange müssen Eltern ihr Kind finanziell unterstützen?

Eltern sind gegenüber ihrem Kind grund­sätzlich zur Leistung von Kindes­unterhalt verpflichtet. Dies gilt zunächst vor allem für minder­jährige Kinder. Denn diese sind nach Ansicht des Gesetz­gebers nicht in der Lage, ihren Unterhalts­bedarf durch eigenes Einkommen zu decken. Es besteht insofern eine gesteigerte Unterhalts­pflicht der Eltern. Das bedeutet, dass die Eltern verpflichtet sind alles Zumutbare zu unternehmen, um den Bedarf des Kindes nach besten Kräften und unter Zurverfügungstellung ent­sprechender wirtschaftlicher Mittel sicherzustellen. Doch gilt diese Unterhalts­pflicht zeitlich unbegrenzt oder erlischt sie nicht vielmehr nach Ablauf einer bestimmten Zeit?

Wie lange müssen die Eltern ihr Kind finanziell unterstützen?

Für die Unterhalts­pflicht der Eltern besteht keine zeitliche Grenze. Unter bestimmten Voraus­setzungen kann daher auch einem voll­jährigen Kind ein Anspruch auf Kindes­unterhalt zu stehen, obwohl die elterliche Sorge zu diesem Zeitpunkt endet. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn es sich noch in Ausbildung oder im Studium befindet. Geregelt ist dies in § 1610 Abs. 2 BGB. Danach umfasst der Kindes­unterhalt den gesamten Lebens­bedarf einschließlich der Kosten einer angemessenen Vorbildung zu einem Beruf. Der Gesetzgeber unter­scheidet zwischen privilegierten und nicht privilegierten voll­jährigen Kindern.

  • privilegierte volljährige Kinder
    Gemäß § 1603 Abs. 2 BGB gelten volljährige Kinder als privilegiert, wenn sie das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, bei den Eltern (oder einem Elternteil) leben und un­verheiratet sind sowie sich in einer allgemeinen Schul­ausbildung befinden. In diesem Fall stehen sie minderjährigen Kindern im Unterhalts­recht gleich.

  • nicht privilegierte volljährige Kinder
    Greift die Vorschrift des § 1603 Abs. 2 BGB nicht, so gelten die voll­jährigen Kinder als nicht privilegiert. Sie rutschen in der Rangfolge daher hinter den minderjährigen und privilegiert voll­jährigen Kindern.

Die Unterhalts­pflicht ist mit Erreichen der Volljährigkeit durch die Eltern als Bar­unterhalt zu erfüllen.

Lesen Sie zu diesem Thema auch folgende Rechts­fragen:

Quelle: refrago/rb

Bearbeitungsstand: 03.01.2017

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 3.2 (max. 5)  -  5 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0
 
Werbung

Kommentare (1)

 
 
Robert Liebl schrieb am 13.12.2016

Es fehlen hierzu die weiteren rechtlichen Grundlagen. D.h. Bsp. Unterhaltspflicht bis zum Beenden der 1. Ausbildung, oder auch die max. Altersbegrenzung des Gesetzgebers die es m.E. nach gibt.

Werbung
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Finden Sie eine Anwältin oder Anwalt aus Ihrer Region in Deutschlands großer Anwaltssuche.

Eintragen im DAWR
Anzeige
 

refrago ist ein Service der ra-online GmbH, der sich zum Ziel gesetzt hat, leicht verständliche Erklärungen für Rechtsfragen von allgemeinem Interesse zu finden.

Alle Ausführungen auf refrago erfolgen ohne Gewähr und ersetzen keine Rechtsberatung. refrago empfiehlt bei individuellen Rechtsfragen, einen Anwalt zu konsultieren, den Sie z.B. unter www.anwaltsregister.de finden können.